Gewalt

Gewalt

Gewalt trifft auch Männer

Männlichkeit und Gewalt waren und sind historisch und kulturell eng miteinander verknüpft. Viele Jungen, Männer und Väter haben Erfahrungen damit, gewalttätig geworden zu sein oder Gewalt ausgesetzt zu sein. Gewalt ist vielgestaltig: physisch, psychisch, sexuell oder ökonomisch.

Von sexualisierter Gewalt in der Öffentlichkeit und von häuslicher Gewalt sind ganz überwiegend Frauen betroffen – in der Regel sind Männer die Täter. Dennoch ist es verkürzt Männer per se und ausschließlich als (potentielle) Täter zu begreifen. Nicht alle Männer sind oder werden Täter. Zudem blendet dies aus, dass auch Jungen und Männer von Gewalt betroffen sind – sei es im öffentlichen Raum, in der Partnerschaft, im familiären und häuslichen Bereich, in der Pflege oder in der Kinder- und Jugendarbeit. Die „Vulnerabilität“ von Männern – die Tatsache, dass auch Männer Opfer von (sexualisierter) Gewalt werden können – muss anerkannt und enttabuisiert werden.

Analog zu Forschung und Berichterstattung zu Frauen als Opfer von Gewalt braucht es eine öffentlich geförderte repräsentative Dunkelfeld-Studie zu Jungen und Männern als Opfer von (häuslicher und anderweitiger) Gewalt. Für eine nachhaltige Qualitätssicherung dieser Arbeit braucht es belastbare Daten über die Gewaltbetroffenheit von Jungen und Männern, ihre Verarbeitungsstrategien und ihren konkreten Unterstützungsbedarf.

Nötig ist der Aufbau einer bundesweiten Vernetzung von Stellen und Einrichtungen der Täter- und der Opferarbeit mit Männern, um den fachlichen Austausch zu stärken und Qualitätsstandards zu befördern.

Beratungsstrukturen für männliche Täter müssen erhalten und ausgebaut werden. Darüber hinaus müssen flächendeckend Schutzmöglichkeiten und sensible Beratungsangebote für männliche Opfer von Gewalt in unterschiedlichen Lebenslagen und Lebensaltern geschaffen werden.

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