Jungen

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Klischefreie Entwicklungschancen von Jungen (und Mädchen)

Weder gibt es „die“ Jungen noch ein „einziges und richtiges“ Jungenbild. Jungen erleben oft, dass ihr Verhalten als „typisch Junge“ bezeichnet wird – was jedoch negativ gemeint ist. Vereinfachende Zuschreibungen und einengende Jungen- und Männlichkeitsbilder schränken die Entwicklungsräume von Jungen ein.

Zugleich leben wir in einer Zeit, in der stereotype Geschlechterbilder aufbrechen. Das bedeutet neue und erweiterte Optionen, führt aber auch zu Verunsicherung. Hier brauchen Jungen und junge Männer Begleitung und Unterstützung, um sich in ihrem Junge- und Mannsein selbständig orientieren und positionieren zu können. Nötig dafür sind verlässliche Angebote, Strukturen, Orte und Personen, die ihnen Perspektiven fürsorglicher Männlichkeit als Option jenseits tradierter Männerbilder anbieten, aber auch Vorbilder für persönliche Selbstsorge in Aussicht stellen.

Notwendig sind jungen- und geschlechterbezogene Vermittlungs- und Vielfalts-Kompetenzen bei Fachkräften in der Arbeit mit Jungen. Genderkompetenz muss in der Aus- und Weiterbildung von Kita- und Schulpersonal einen größeren Stellenwert finden, ebenso wie bei Projekten und Programmen im primären und sekundären Bildungsbereich.

Die Aktivitäten und Bemühungen rund um „Mehr Männer in Kitas“ müssen fortgeführt und auf andere Bereiche ausgeweitet werden, etwa durch ein (erneutes) Programm wie „Mehr Lehrer in Grundschulen“.

Geschlechtersensible Berufs- und Lebensplanung muss als Lerninhalt stärker in schulische Rahmenlehrpläne integriert werden.

Diese Berufsfelder müssen insgesamt finanziell aufgewertet und stärker anerkannt werden. Zudem sind weitere Anstrengungen zu unternehmen, Jungen und junge Männer für Berufswahlentscheidungen in diesem Feld zu gewinnen.

Berufswahlentscheidungen sind in Deutschland immer noch stark durch Geschlechterstereotype geprägt. Insofern müssen die Aktivitäten rund um die Initiative Klischeefrei sowie „Girls‘ Day“ und „Boys’ Day“ ausgeweitet und stärker mit Angeboten einer geschlechtersensiblen Berufsberatung verknüpft werden, die auch lebenslaufbezogene Folgen von Berufswahl-Entscheidungen thematisiert.

Bündnis Kindergrundsicherung

Das Bundesforum Männer engagiert sich im Bündnis Kindergrundsicherung. Alle Kinder und Jugendlichen haben das gleiche Recht auf gute Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und Gesundheit. Armut verhindert das. Derzeit gelten 2,5 Millionen Kinder in Deutschland als arm. Von staatlichen Familienleistungen und Steuervorteilen profitieren gut- und bestverdienende Eltern heute am stärksten. Erwerbslose und geringverdienende Eltern hingegen haben am wenigsten davon. Diese finanzielle Ungleichbehandlung von Kindern soll durch die Kindergrundsicherung beendet und das gesamte Leistungssystem deutlich vereinfacht und transparenter werden.
» kinderarmut-hat-folgen.de

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