Familie und aktive Vaterschaft

Familie und aktive Vaterschaft

Gute Rahmenbedingungen für aktive Väter /
Aktive Väter brauchen bessere Rahmenbedingungen

Für viele Väter ist es wichtig, die Entwicklung ihrer Kinder von Anfang an aktiv zu begleiten. Viele Väter wollen nicht mehr ausschließlich „Familienernährer“ sein. Sie wollen sich die Verantwortung für Familieneinkommen und Familienarbeit partnerschaftlich teilen. Tatsächlich aber ist die Sorge- und Erwerbsarbeit zwischen Frauen und Männern nach wie vor ungleich verteilt: Männer nehmen weniger Elternzeit und arbeiten deutlich seltener in Teilzeit als Frauen. Nötig ist eine Gleichstellungspolitik, die es Männern erleichtert, eine aktive und engagierte Vaterschaft leben zu können:

Nach der Geburt eines Kindes sollten Väter einen durch Lohnersatzleistung finanzierten zwei wöchigen „Vaterschaftsurlaub“ erhalten. Die Vaterschaftsfreistellung sollte dabei als eigenständige Familienleistung jenseits von Elternzeit und Elterngeld ausgestaltet werden.

Die Partnermonate im Elterngeld sollten stärker paritätisch ausgestaltet werden, beispielsweise indem je vier Monate als individuelles Recht zugeordnet werden.

Bestehende steuer- und sozialrechtliche Anreizstrukturen, wie das Ehegattensplitting oder die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern in der Krankenversicherung, müssen modernisiert werden. Gleichzeitig müssen unterschiedliche Familien- und Lebensmodelle stärker gleichberechtigt gefördert werden.

Jede und jeder hat das Recht auf Familiengründung – unabhängig von sexueller Identität und Orientierung

Eine moderne Familienpolitik muss alle unterstützen, die dauerhaft Verantwortung für Kinder übernehmen. Keine Familie darf wegen der sexuellen Identität ihrer Mitglieder diskriminiert werden:

Familiengründung und Familienleben muss unabhängig von geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung möglich sein.

Es braucht eine Modernisierung der Rechtssituation von Regenbogen- und Mehrelternfamilien hinsichtlich Sorgerecht, Elternschaftsvereinbarungen, Adoption und Insemination.

Gemeinsame Verantwortung der Eltern in Nachtrennungsfamilien

Die Trennung der Eltern bedeutet für jede Familie eine Herausforderung. Wünschenswert sind Rahmenbedingungen, die nicht konfliktverschärfend wirken, sondern Väter und Mütter in ihrer gemeinsamen Verantwortung als getrennte Eltern unterstützen, damit Kinder weiterhin mit ihnen verbunden bleiben können:

Neben dem Residenzmodell sollte auch das Wechselmodell als eine mögliche Umgangs- und Betreuungsform für Nachtrennungsfamilien gestärkt und zugleich flexibler gefasst werden. Das Bundesforum Männer tritt für ein gleichrangiges Nebeneinander verschiedener Betreuungsmodelle ein. Dem Kindeswohl muss dabei immer eine zentrale Bedeutung zukommen.

Einschlägige Rechtsgebiete – wie bspw. das Kindschafts-, Unterhalts-, Steuer- und Sozialrecht – müssen daraufhin überprüft werden, wie eine gemeinsame Verantwortungsübernahme der Eltern gestärkt und gefördert werden kann.

Geeignete Unterstützungsstrukturen für getrennte Eltern und deren Kinder müssen ausgebaut werden, um außergerichtliche Einigung darüber zu erzielen, wie elterliche Verantwortung trotz Trennung weiterhin gemeinsam wahrgenommen werden kann. Betroffene Kinder brauchen geeignete Hilfsangebote, um die Trennungssituation und die damit verbundenen Konflikte und Emotionen angemessen verarbeiten zu können. Darüber hinaus ist es nötig, lokale Unterstützungsstrukturen speziell für getrennt- bzw. alleinerziehende Väter auf- und auszubauen.

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