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Fachforum „Sorgende Männer – zwischen Selbstsorge und Pflege“

4. April, 10:30 - 16:30

| Eintritt frei

 

Fachforum „Sorgende Männer – zwischen Selbstsorge und Pflege“
am 04.04.2019 | 10:30 bis 16:30 Uhr | Kassel
Veranstaltungsort: Event- und Tagungszentrum Kassel, Wilhelmshöher Allee 256, 34119 Kassel (gegenüber ICE-Bahnhof KS-Wilhelmshöhe)

Ist Sorgen ein neuer Megatrend im Wandel männlicher Selbstbilder und gelebter Männlichkeiten? „Caring Masculinities“ als Schlagwort von individuellen und gesellschaftlichen Sorgepolitiken beschreibt die Veränderungen, die sich in den Feldern professionelle Pflege, Angehörigenpflege und männliche Sorge und Selbstsorge beobachten lassen. Was bedeutet diese neue Verantwortung von Männern in Sorge und Selbstsorge für die berufliche Praxis der Pflege, für die Ausgestaltung von Partnerschaften und neuen sozialen Nachbarschaften, für die Entwicklung männlicher Identitäten im Lebensverlauf. Die Impulse und Workshops des Fachforums wollen die neuen Entwicklungen fachlich wie interdisziplinär beleuchten und diskutieren. Das Bundesforum Männer möchte Akteur_innen und Expert_innen miteinander vernetzen und zu neuen Sichtweisen und politischen Handlungsempfehlungen und Maßnahmen im Feld des Sorgens und der Geschlechterverhältnisse beitragen.

Bitte melden Sie sich hier zum Fachforum an

Kurzprogramm Einladung Fachforum_SORGE_ 2019-04-04

Programm Fachforum Sorgende Männer – zwischen Selbstsorge und Pflege

10:30 Uhr Anmeldung und Kaffee
11:00 Begrüßung und Einführung
Dr. Dag Schölper, Geschäftsführer Bundesforum Männer
Franz-Josef Schwack, Fachgruppe ältere Männer

11.15 Uhr
In vier thematischen Impulsen werden Sorge-Themen und -Perspektiven beleuchtet und in anschließenden Workshops vertieft
Impuls 1:
Männer in sorgenden Tätigkeiten: Begriffe und Dimensionen
Prof. Dr. Heinz Bartjes, Hochschule Esslingen

Männer in der Pflege und anderen caring-Berufen sind „cross-gender-freaks“ (Williams): Sie arbeiten in einem vom anderen (ausgehend von einer zwei-geschlechtlichen Konstruktion) Geschlecht dominierten Feld; soziale Berufe gelten als Frauenberufe. Wie stellen Männer unter solchen Bedingungen ihr Geschlecht her und behaupten es? Mit welchen Begründungen gehen sie in solche Berufe und wie legitimieren sie ihr Dasein in diesen Berufen?

Impuls 2:
Unterschätzt: Männer in der Angehörigenpflege
Prof. Dr. Eckart Hammer, Ev. Hochschule Ludwigsburg

Rund fünf Millionen ältere Menschen werden in Deutschland von etwa ebenso vielen Angehörigen zu Hause betreut und gepflegt. Mehr als ein Drittel dieser sorgenden Angehörigen sind Männer, die von der (Fach-)Öffentlichkeit weitgehend übersehen werden. Pflegen ist längst auch Männersache. Vortrag und Workshop wollen diese Männer in den Blick nehmen, neben Ihren Belastungen vor allem auch Ihre eindrucksvollen Bewältigungsformen thematisieren und diskutieren, wie das Pflegepotenzial von Männern unterstützt und gefördert werden kann. Eckart Hammer stellt zentrale Ergebnisse seines gleichnamigen Buches vor, in dem er, gestützt auf Tiefeninterviews mit 25 Männern, die Situation von Männern in der Angehörigenpflege beschreibt.

Impuls 3:
Männer in der professionellen Pflege – Erfahrungen aus der Praxis
Axel Spieker, Heimleiter / Verantwortliche Pflegekraft, Niels Stensen Pflegezentrum Ankum

Wie exklusiv ist es in einem absolut klassischen Frauenberuf zu arbeiten, welche Nachteile hat es, ist es überhaupt ein Unterschied von einem Mann oder einer Frau gepflegt zu werden? Sind die Arbeitsfelder unterschiedlich, je nach Bereich in dem man(n) eingesetzt wird in der Pflege? Wie wird man akzeptiert, gibt es Bereiche in denen die Akzeptanz höher ist und andere, in denen Männer „noch“ untypischer sind. Was für Unterschiede gestalten sich, welche Schwerpunkte setzen Männer in der Pflege, welche Frauen. Geht es überhaupt noch ohne Männer, wie kann man Jungen für diesen Beruf begeistern, ist es vielleicht sogar „cool“ ein Pfleger zu sein? Welche Vorteile gegenüber typisch männlichen Berufen ergeben sich bei der Arbeit in einem klassischen Frauenberuf?

Impuls 4:
Sorgen, für sich und andere. Das Alter als Feld neuer Männlichkeiten
Dr. Miranda Leontowitsch, Goethe Universität Frankfurt a.M.
Dr. Hans Prömper, Universität des 3. Lebensalters Frankfurt a.M.

Die nachberufliche Lebensphase wird länger und männlicher, der Anteil der Männer im Alter nimmt zu. Großvaterschaft, Pflegetätigkeiten, Alleinleben, aber auch bürgerschaftliches Engagement zeigen das Entstehen neuer Formen von Männlichkeiten, Alters- und Geschlechterbildern. Zugleich drohen Gefahren wie soziale Scham und Rückzug. Erforderlich wird ein Blickwechsel von den Working zu den Caring Masculinities. Ältere Männer können als Mitgestalter anderer, nicht-hegemonialer Formen von Männlichkeit gesehen werden. In qualitativen Studien (ALMA alleinlebende Männer im Alter; Übergang Beruf-Ruhestand) sind
M. Leontowitsch und H. Prömper diesen Änderungen nachgegangen. Was folgt daraus für das Handlungsfeld Männer im Alter(n), auch im Blick auf berufstätige und jüngere Männer?

12:30 Uhr Mittagspause

13:30 Uhr Arbeitsphase I

Workshop 1
Männer in sorgenden Tätigkeiten: Begriffe und Dimensionen
Prof. Dr. Heinz Bartjes, Hochschule Esslingen

Workshop 2:
Unterschätzt: Männer in der Angehörigenpflege
Prof. Dr. Eckart Hammer, Ev. Hochschule Ludwigsburg

14:30 Uhr Kaffeepause

14:45 Uhr Arbeitsphase II

Workshop 3
Männer in der professionellen Pflege – Erfahrungen aus der Praxis
Axel Spieker, Heimleiter / Verantwortliche Pflegekraft, Niels Stensen Pflegezentrum Ankum

Workshop 4
Sorgen, für sich und andere. Das Alter als Feld neuer Männlichkeiten
Dr. Miranda Leontowitsch, Goethe Universität Frankfurt a.M.
Dr. Hans Prömper, Universität des 3. Lebensalters Frankfurt a.M.

15:45 Abschluss
Ergebnisse und Perspektiven für den fachlichen und politischen Raum

16:30 Uhr Ende der Veranstaltung

Bitte melden Sie sich hier an:

Prof. Heinz Bartjes ist Professor für Soziale Arbeit an der Hochschule Esslingen, Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege. Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte: Soziale Altenarbeit, geschlechterreflexive soziale und pädagogische Arbeit mit Jungen und Männern, freiwilliges und bürgerschaftliches Engagement, Theater- und Literaturpädagogik, Utopieforschung. Frühere Arbeitsgebiete: Referent für Zivildienst im Diakonischen Werk Baden, Abteilungsleiter an der Volkshochschule Tübingen, div. Freiberufliche Tätigkeiten (z.B. Altenplan für die Stadt Tübingen).

Prof. Dr. Eckart Hammer ist Leiter des Campus Reutlingen der Evangelischen Hochschule Ludwigs-burg. Der Sozialwissenschaftler lehrt Soziale Gerontologie und forscht seit vielen Jahren zum Themenbereich „Männer & Alter“ (www.prof-hammer.de).

Dr. Miranda Leontowitsch ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Interdisziplinäre Alternswissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Sie ist Sozialpädagogin und Soziologin und Ihre Forschung zu Männern und Männlichkeiten im Alter setzt an Schnittstellen innerhalb der Soziologie (z. B. Alternssoziologie, Gender Studies, Medizinische Soziologie) als auch zwischen Disziplinen (z. B. Erziehungswissenschaften, Psychologie, Anthropology) an.

Dr. Hans Prömper ist Pädagoge und Theologe im aktiven Unruhestand. Er verbindet 40 Jahre Berufserfahrung in der Erwachsenen- und Männerbildung mit forschendem Lernen zu Männerfragen. Als Lehrbeauftragter für Soziale Gerontologie der Universität des 3. Lebensalters an der Goethe-Universität Frankfurt forscht er mit betroffenen Männern und Frauen zu den Themenfeldern Männer im Alter, Männlichkeiten und Altern, Geschlechter- und Altersbilder.

Axel Spieker, Heimleiter/Verantwortliche Pflegefachkraft im Niels Stensen Pflegezentrum Ankum der Niels Stensen Kliniken Osnabrück. Frühere Arbeitsgebiete: Stationsleitung und Assistent der Pflegedirektion (in diesem Rahmen Aufgabenschwerpunkte in der Reorganisation von Strukturabläufen und der Leitungsorganisation von Pflegestationen im Allgemein- und Kinderintensivbereich), Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie, Kinaesthetics Grund- und Aufbaukurstrainer in den Niels Stensen Kliniken, sowie Tätigkeit als Krankenpfleger im Klinikum Osnabrück. Nebenberufliche Tätigkeit als Kinaestheticstrainer deutschlandweit. Mehrere Jahre ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft katholischer Altenpflegeinrichtungen im Bistum Osnabrück.

 

Veranstalter
BUNDESFORUM MÄNNER – Interessenverband für Jungen, Männer und Väter e.V.

Reginhardstr. 34 | 13409 Berlin | Tel.: +49 (0)30 – 275 811 22
info@bundesforum-maenner.de | www.bundesforum-maenner.de

Details

Datum:
4. April
Zeit:
10:30 - 16:30
Kosten:
Eintritt frei
Veranstaltungstags:
, , ,
Webseite:
http://bundesforum-maenner.de

Veranstalter

Bundesforum Männer

Veranstaltungsort

ECKD Event- und Tagungszentrum Kassel
Wilhelmshöher Allee 256, Kassel, 34119
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