
BFM Fachtag und politischer Jahresempfang am 2. Juni 2026
2. Juni • 10:30 — 21:00
Unter dem Motto „GEWALT.MACHT.MÄNNER – Perspektiven für Prävention, Schutz und wirksames Handeln“ diskutieren wir am 2. Juni 2026 in Berlin, wie Gewalt und Männlichkeit zusammenhängen und wie Prävention, Schutz und Verantwortung gestärkt werden können.
Wir freuen uns sehr über das große Interesse an der Veranstaltung und die zahlreichen Anmeldungen. Die Veranstaltung ist inzwischen vollständig ausgebucht. Unten finden Sie die Möglichkeit sich für die Warteliste anzumelden.
Worum geht es beim Fachtag?
Gewalt ist ein gesellschaftliches und geschlechterpolitisches Schlüsselthema. Männer sind dabei in mehrfacher Weise beteiligt: als Täter – und als Betroffene.
Zugleich ist Gewalt gesellschaftlich tief mit Männlichkeit verbunden und erfüllt Funktionen im doing masculinity – etwa als Mittel zur Selbstbehauptung, zur Abwehr von Kränkung oder zur Sicherung von Zugehörigkeit.
Der Fachtag bringt Expert:innen aus Forschung, Praxis, Politik und Zivilgesellschaft zusammen, um zentrale Dynamiken von Gewalt und Männlichkeit(en) sichtbar zu machen, Prävention und Intervention zu verbinden und Wege in Richtung struktureller Gewaltfreiheit zu diskutieren.
Dabei stehen drei Leitfragen im Mittelpunkt:
- Wie funktioniert Gewalt für Männer – sozial, psychologisch und kulturell?
- Wie können Prävention, Schutz und Verantwortung wirksam gestaltet werden?
- Welche politischen und strukturellen Voraussetzungen braucht eine Kultur der Gewaltfreiheit?
Gesamtmoderation des Fachtags: Katharina Linnepe
Aktuelles Programm Fachtag
| Uhrzeit | Programmpunkte |
| 10:30 – 11:00 | Begrüßung und Einführung Thomas Altgeld, Vorstandsvorsitzender Bundesforum Männer |
| 11:00 – 12:00 | Keynote: „Am Anfang war Gewalt. Männlichkeit zwischen gewaltfreier Utopie und gewaltvoller Realität“ Dr. Dag Schölper, Geschäftsführer Bundesforum Männer e. V. Gewalt gilt oft als Zeichen von Stärke. Auf Social Media, in Serien und Games werden solche Bilder täglich geteilt, zugespitzt und millionenfach geklickt. Warum wird Gewalt so häufig als „männlich“ gelesen – und was macht das mit unserem Verständnis von Mannsein? Männlichkeit ist keine Natur, sondern eine gesellschaftliche Idee. In Chats, Filmen, Songtexten und politischen Debatten erzählen wir sie immer wieder neu – und prägen damit, was als Stärke oder Macht gilt. Die Keynote verbindet aktuelle Studien mit Beispielen aus Popkultur und Sicherheitsdebatten und eröffnet die Frage, wie wir Stärke, Macht und Männlichkeit so neu erzählen können, dass sie Verantwortung stärken statt Gewalt normalisieren. |
| 12:00 – 13:15 | Panel: „Grammatik der Gewalt: Wie Männlichkeitsnormen wirken“ Wie wird Gewalt für Männer funktional? Welche Rolle spielen Zugehörigkeit, Status, Kränkung oder digitale Anerkennungsräume? Wie wirken Religion, Rassismuserfahrungen und gesellschaftliche Machtverhältnisse dabei mit? Und welche Dynamiken zeigen sich in der Gewaltberatung? Das Panel diskutiert Gewalt nicht nur aus der Perspektive individuellen Fehlverhaltens, sondern als sozial erlerntes und kulturell gestütztes Muster. Im Zentrum steht die Frage, wie Männlichkeitsnormen Gewalt stabilisieren – und warum sie zugleich veränderbar sind. Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Islamische Theologie und Professor für Islamische Religionspädagogik, Universität Münster. Andreas Moorkamp, Diplom-Pädagoge, ausgebildeter Gewaltberater und Fachreferent Täterarbeit beim SKM Bundesverband. Sibylle Schreiber, Geschäftsführerin Frauenhauskoordinierung e. V. Dr. Alexander Yendell, Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) / Universität Leipzig, Co-Autor der 2025 erschienenen Studie zu Männerbildern als Kriegsfaktor. |
| 13:15 -14:14 | Mittagspause |
| 14:15 – 15:30 | Handlungsperspektiven Im Anschluss an die Mittagspause stehen zwei Angebote zur Auswahl. Bitte entscheiden Sie sich für eines der beiden Formate: 1. Panel: „Wege zur Gewaltfreiheit: Politik, Prävention und Bildung“ Welche politischen und strukturellen Rahmenbedingungen braucht wirksame Gewaltprävention und -hilfe? Wie können Prävention, Schutz und Verantwortungsübernahme langfristig institutionell verankert werden – jenseits von Modellprojekten und kurzfristigen Förderlogiken? Linda Conradi, Geschäftsleitung Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt e. V. Enrico Damme, Geschäftsführender Fachreferent, Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz (BFKM). Corinna Dolezalek, Expertin für digitale Gewalt und die Manosphere Bernard Könnecke, Geschäftsführer dissens – Institut für Bildung und Forschung e. V. 2. Praxisforum „Schutz, Unterstützung, Alternativen“ Projekte aus der Gewaltprävention und dem Gewaltschutz geben Einblicke in ihre Arbeit. Wie sieht Unterstützung für gewaltbetroffene Jungen und Männer aus? Wie gelingt Verantwortungsübernahme in der Täterarbeit? Welche Ansätze geschlechterreflektierter Männerarbeit wirken in interkulturellen Kontexten, im Bereich queerfeindlicher Gewalt und im digitalen Raum? man. – männlich. anders. neu. – Multiplikatorenprojekt für Gleichberechtigung und Gewaltfreiheit, FIM e. V., Frankfurt am Main. man. – männlich. anders. neu. ist ein interkulturelles Bildungs- und Präventionsprojekt des FIM – Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. Es richtet sich insbesondere an geflüchtete und migrantische Männer und qualifiziert sie zu Multiplikatoren für Gleichberechtigung und Gewaltfreiheit. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit Rollenbildern, patriarchalen Normen und gewaltlegitimierenden Männlichkeitsvorstellungen. Ziel ist es, Männer zu stärken, Verantwortung zu übernehmen und sich in ihren Communities aktiv für ein gewaltfreies und gleichberechtigtes Zusammenleben einzusetzen. Im Praxisforum stellt Projektleiter Tim Bader das Projekt gemeinsam mit einem Kollegen sowie einem ausgebildeten Multiplikator vor und gibt Einblicke in die praktische Arbeit. MUT – Traumahilfe für Männer* Projekt von HILFE-FÜR-JUNGS e. V., Berlin MUT bietet traumasensible Beratung für Männer*, die sexualisierte Gewalt erlebt haben. Das Projekt ist Teil der Arbeit des Berliner HILFE-FÜR-JUNGS e. V., der seit vielen Jahren niedrigschwellige und aufsuchende Unterstützung für betroffene Jungen* und Männer* leistet. Im Mittelpunkt stehen Stabilisierung, Orientierung und das Wiedergewinnen von Selbstkontrolle und Handlungssicherheit. MUT steht exemplarisch für den Ausbau von Unterstützungsstrukturen für männliche Betroffene sexualisierter Gewalt. Im Praxisforum stellen Stefan Schröder und Markus Wickert die Angebote des Vereins vor. mannigfaltig e. V. – Die Fachstelle für Jungen*- und Männer*arbeit in Hannover mannigfaltig e. V. ist eine Fachstelle für Jungen*- und Männer*arbeit mit den Schwerpunkten Bildungsarbeit, Beratung und Gewaltprävention. In der praktischen Arbeit mit männlichen Jugendlichen werden erprobte pädagogische Strategien eingesetzt, um junge Männer persönlich zu erreichen und sie in der Auseinandersetzung mit Gewalt und Männlichkeitsanforderungen zu unterstützen. Die Ansätze beziehen sowohl von Gewalt Betroffene als auch Ausübende ein und zielen darauf, gewalthaltige Denk- und Handlungsmuster abzubauen und alternative Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Im Praxisforum stellt Geschäftsführer Olaf Jantz konkrete Methoden und Erfahrungen aus der Arbeit mit männlichen Jugendlichen vor. YouMo! – Sportbasierte Prävention und Persönlichkeitsentwicklung, Bonn YouMo! verbindet sportpädagogische Ansätze mit Präventionsarbeit. Auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Radikalisierungs- und Gewaltprävention werden bewegungsbasierte Formate entwickelt, die Selbstreflexion, soziale Kompetenzen und Selbstwert gezielt stärken. Im Zentrum steht die Frage, wie Sport als Raum für Persönlichkeitsentwicklung und gewaltfreie Konfliktbearbeitung genutzt werden kann – insbesondere in der Arbeit mit jungen Männern. Im Praxisforum stellt Younis Kamil, Gründer und Geschäftsführer von YouMo!, den Ansatz anhand der konkreten Methode Play’n Move vor. |
| 15:30 – 15:50 | Kaffepause |
| 15:50 – 16:45 | Fishbowl: „Perspektiven schärfen – gemeinsam weiterdenken“ Vertreter:innen aus den Panels diskutieren mit dem Publikum zentrale Fragen des Tages. Welche Konsequenzen ergeben sich für Politik, Praxis und Zivilgesellschaft? Das Gespräch ist offen angelegt: Teilnehmende können sich aktiv beteiligen und eigene Perspektiven einbringen. |
| 16:45 – 17:00 | Abschluss und Ausblick |
Politischer Jahresempfang
Im Anschluss laden wir zu unserem Jahresempfang mit Get-Together ein – einer Gelegenheit zur Begegnung, Vernetzung und zum informellen Austausch mit Vertreter:innen aus Politik, Praxis und Zivilgesellschaft.
Programm Jahresempfang
| Uhrzeit | Programmpunkte |
| 17:30 – 21:00 | Grußwort Thomas Altgeld Grußwort Staatssekretärin Dr. Petra Bahr, BMBFSFJ Gespräch mit Luca Piwodda, ehrenamtlicher Bürgermeister von Gartz (Oder) Austausch und Vernetzung |
Wann?
Dienstag, 2. Juni 2026
Fachtag: 10:30 – 17:00 Uhr
Politischer Jahresempfang: 17:30 – 21:00 Uhr
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