Themenübersicht

Mit unserer Arbeit möchten wir die vielfältigen Auswirkungen traditioneller Männlichkeitsnormen sichtbar machen – auf individueller, sozialer und ökologischer Ebene. Wir fördern und entwickeln nachhaltige Alternativen, die zu einer gerechteren und zukunftsfähigen Gesellschaft beitragen.

Unsere Themenfelder

Jungen

Klischeefreie Entwicklungsmöglichkeiten für Jungen (und Mädchen)

Es gibt mehr als einen guten Weg, ein Junge zu sein. Jungen erleben häufig, dass ihr Verhalten als „zu jungenhaft“ oder „nicht männlich genug“ beschrieben wird. Vereinfachende Zuschreibungen und einengende Bilder von Jungen und Männlichkeit begrenzen ihre Entwicklungsmöglichkeiten.

Gleichzeitig leben wir in einer Zeit, in der stereotype Geschlechterbilder aufbrechen. Das eröffnet neue und erweiterte Möglichkeiten, führt aber auch zu Verunsicherung. Jungen und junge Männer brauchen Orientierung und Unterstützung, um ihren eigenen Weg zu finden und sich als Jungen und Männer zu positionieren. Dafür braucht es verlässliche Angebote, Strukturen, Orte und Bezugspersonen, die ihnen fürsorgliche Männlichkeit als Option jenseits traditioneller Männerbilder aufzeigen. Damit verbunden ist auch die Perspektive auf Vorbilder für einen achtsamen Umgang mit sich selbst.

Vaterschaft

Bessere Bedingungen für aktive Väter

Für viele Väter ist es wichtig, die Entwicklung ihrer Kinder von Anfang an aktiv zu begleiten. Viele möchten nicht mehr alleiniger „Familienernährer“ sein, sondern Verantwortung für Erwerbs- und Familienarbeit partnerschaftlich teilen.

In der Realität sind Sorgearbeit und Erwerbsarbeit jedoch weiterhin ungleich zwischen Frauen und Männern verteilt: Männer nehmen seltener Elternzeit und arbeiten deutlich seltener in Teilzeit als Frauen. Notwendig ist eine Gleichstellungspolitik, die es Männern erleichtert, aktive und engagierte Väter zu sein.

Ältere Männer

Übergänge geschlechtersensibel gestalten

Für viele Männer ist das Erwerbsleben prägend, und der Ausstieg aus dem Beruf markiert das Ende einer zentralen Lebensphase. Der Übergang in den Ruhestand und der Aufbau neuer Alltagsstrukturen stellen häufig eine große Herausforderung dar.

Eine geschlechtersensible Seniorenpolitik schafft Rahmenbedingungen und Strukturen für ein gutes Leben nach dem Erwerbsleben. Insbesondere Männer im Ruhestand benötigen Unterstützung und Ermutigung, neue Perspektiven zu entwickeln und aktiv zu bleiben.

Arbeit

Arbeit neu denken – mehr Balance zwischen Erwerbs- und Privatleben für Männer

Erwerbsarbeit und unbezahlte Sorgearbeit sind weiterhin ungleich zwischen den Geschlechtern verteilt. Wenn von „Arbeit“ die Rede ist, ist meist Erwerbsarbeit gemeint. Sorgearbeit hingegen wird häufig übersehen – dabei ist die Pflege von Kindern, Angehörigen und Haushalten unverzichtbar für das Funktionieren der Gesellschaft.

Der Ausstieg aus der „Ernährerfalle“ erfordert neue Rollenbilder und ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Erwerbs- und Sorgearbeit für Frauen und Männer. Chancengleichheit für alle Geschlechter setzt den Abbau struktureller Benachteiligungen und geschlechtsbezogener Stereotype voraus.

Gesundheit

Männergesundheit ist anders

Männer sind unterschiedlich – und ebenso ihre Gesundheit. Dennoch haben Männer im Durchschnitt eine um fast fünf Jahre geringere Lebenserwartung als Frauen. Ihr Gesundheitsverhalten unterscheidet sich häufig von dem von Frauen: Viele Männer zeigen andere Risikoverhalten, nehmen Präventions- oder Früherkennungsangebote seltener oder später wahr und gehen anders mit körperlichen und psychischen Belastungen sowie Krisensituationen um.

Gesundheit ist jedoch nicht allein eine individuelle Angelegenheit. Sie wird auch durch viele weitere Faktoren beeinflusst, etwa durch die sozioökonomische Lage, das soziale Milieu, den kulturellen Hintergrund oder die sexuelle Orientierung. Deshalb ist es wichtig, Gesundheitsthemen von Jungen und Männern differenziert zu betrachten und insgesamt mehr Geschlechtersensibilität in der Gesundheitsversorgung zu verankern.

Vielfalt

Unterschiede anerkennen und Gleichstellung fördern

Die Förderung vielfältiger Männlichkeiten und Lebensweisen ist ein zentraler Bestandteil der Gründungsgeschichte des BFM und eine grundlegende Säule einer gleichstellungsorientierten Männerpolitik. Männer unterscheiden sich hinsichtlich ethnischer, sozialer und anderer Zugehörigkeiten. Sie haben unterschiedliche sexuelle Orientierungen, Bildungswege, Diskriminierungserfahrungen und Privilegien. Ihre Lebenslagen und -chancen sind entsprechend vielfältig.

Das BFM unterstützt diese Vielfalt von Männern. Wir positionieren uns klar gegen Diskriminierung und setzen und für Männlichkeitsentwürfe ein, die Gleichberechtigung und Gleichstellung fördern.

Männerberatung

Männer und Beratung – Tabus aufbrechen

Männerberatung bezieht die Wirkung von Geschlechterstereotypen und Männlichkeitsanforderungen aktiv mit ein. Sie unterstützt Jungen, Männer und Väter in unterschiedlichen herausfordernden Lebenslagen.

Das BFM bietet mit dem Männerberatungsnetz eine eigene Plattform für Männer, die Beratung suchen.

Gewalt

Gewalt betrifft auch Männer

Männlichkeit und Gewalt sind historisch und kulturell eng miteinander verknüpft. Viele Jungen, Männer und Väter haben Gewalt erlebt oder sind ihr ausgesetzt gewesen. Gewalt tritt in unterschiedlichen Formen auf: körperlich, psychisch, sexualisiert oder ökonomisch.

Frauen sind überproportional von sexualisierter Gewalt und häuslicher Gewalt betroffen – Männer sind dabei meist die Täter. Dennoch ist es falsch, Männer grundsätzlich und ausschließlich als (potenzielle) Täter zu betrachten. Nicht alle Männer sind oder werden gewalttätig. Diese Sichtweise blendet zudem aus, dass auch Jungen und Männer von Gewalt betroffen sind – im öffentlichen Raum, in Partnerschaften, in Familien, im häuslichen Umfeld, in der Pflege oder in der Kinder- und Jugendhilfe.

Die Verletzlichkeit von Männern – also die Tatsache, dass auch Männer Opfer (sexualisierter) Gewalt werden können – muss anerkannt und enttabuisiert werden.

Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass Gewalt in den Lebensphasen von Männern überwiegend von Männern ausgeht. Männer haben daher ein besonderes Interesse daran, den Zusammenhang von Männlichkeit, Aggression und Gewalt aufzubrechen. 

Gleichstellungspolitik

Gleichstellung geht alle an

Geschlechtergleichstellung ist ein grundlegendes Menschenrecht – und sie betrifft alle Geschlechter. Echter Fortschritt gelingt nur mit der aktiven Beteiligung von Jungen und Männern, nicht nur als Verbündete der Frauenrechte, sondern auch als eigenständige Akteure mit eigenen Bedürfnissen und Perspektiven.

Eine zukunftsorientierte Gleichstellungspolitik nimmt die sozialen und ökonomischen Herausforderungen unserer Zeit für alle in den Blick. Dazu gehören gesetzliche Maßnahmen ebenso wie konkrete Unterstützungsangebote für Jungen, Männer und Väter.

Damit Erfahrungen und Anliegen von Männern dauerhaft Teil der Gleichstellungspolitik sind, braucht es starke zivilgesellschaftliche Strukturen und politische Interessenvertretung. Das BFM, gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, setzt sich für den Aufbau bundesweiter Angebote ein, die auf die vielfältigen Bedürfnisse von Männern reagieren.