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Achter Vortrag zur Arbeit mit Jungen, Männern und Vätern in Hannover
28. November 2024 • 18:00 — 20:00
Professorin Jelena Büchner: „Neue Vaterschaft als (weißes) Privileg? Über den Zusammenhang von Vaterschaft und sozialer Ungleichheit“
Im Vortrag werden die Ergebnisse des Promotionsprojekts von Jelena L. O. Büchner präsentiert. Diese legen nahe, dass es einen starken und bis dato in der Väterforschung nahezu unberücksichtigten Zusammenhang von neuer Vaterschaft und sozialer Ungleichheit gibt. Neue Vaterschaft bezeichnet eine Form von Vaterschaft, in der Väter eigenständige Bezugspersonen für ihre Kinder darstellen und sich Sorgearbeiten gleichberechtigt(er) mit ihren Partner:innen teilen. Im Projekt konnte gezeigt werden, dass Väter mit Migrationshintergrund aufgrund ihrer teilweise massiven Rassismuserfahrungen in der Realisierung einer neuen Vaterschaft beeinträchtigt werden. Es ist darüber hinaus zu vermuten, dass auch Personen, die nicht von Rassismus betroffen sind, in der Umsetzung von neuer Vaterschaft beeinträchtigt sein können, wenn ihnen die dafür notwendigen Ressourcen nicht zur Verfügung stehen. Diskriminierungen aufgrund der sozialen Herkunft bzw. der Klasse stehen ebenso im Verdacht, die Verwirklichung einer neuen Vaterschaft zu erschweren. Im Anschluss daran kann die These formuliert werden, dass es sich bei der neuen Vaterschaft um ein (weißes) Privileg handelt und damit nicht alle Väter die gleichen Chancen auf eine neue Vaterschaft haben.
Jelena Büchner, M.A., ist erziehungswissenschaftliche Geschlechterforscherin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Erziehungswissenschaft an der Universität Augsburg (ab September 2024 verwaltet sie die Professur für Theorie, Praxis und Methoden diversitätsgerechter sozialer Arbeit an der HS Hannover). Ihre Arbeitsschwerpunkte sind kritische Männlichkeitenforschung, Väterforschung, Migrationsforschung und sexualisierte Gewalt. Zudem war sie in einer Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt (Wildwasser Augsburg e.V.) tätig.
Der Vortrag ist Teil der Ringvorlesung „Mann-sein ohne Männlichkeit? Theorie und Praxis der Jungen*arbeit und der pädagogischen Arbeit mit Männern*/Vätern*“


