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Netzwerktreffen Männerberatung 2026 (4)

Netzwerktreffen Männerberatung 2026: Beratung, Bildung und Ehrenamt stärken

2. Oktober • 10:00 — 16:00

Wirksam werden: So war das Netzwerktreffen Männerberatung 2026

Rund 30 Teilnehmende aus Beratung, Sozialer Arbeit, Bildungs- und Gleichstellungsarbeit kamen am 2. Oktober im IG Metall Haus in Berlin zum Netzwerktreffen Männerberatung 2026 des Bundesforum Männer zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, was geschlechterreflektierte Jungen- und Männerarbeit braucht, um Menschen besser zu erreichen, Fachkräfte zu stärken und gesellschaftlich wirksamer zu werden.

Praxis teilen, voneinander lernen

Das Netzwerktreffen war als praxisorientierter Entwicklungstag angelegt. Durch den Tag führten Klaus Schwerma, Senior-Referent, und Karsten Kassner, Grundsatzreferent beim Bundesforum Männer.

Zum Auftakt arbeiteten die Teilnehmenden mit konkreten beispielhaften Situationen aus Beratung, Bildung und Ehrenamt. Gemeinsam nahmen sie in den Blick, wo Herausforderungen ähnlich sind, welche Lösungsideen sich bereits bewährt haben und an welchen Stellen es noch Unterstützung oder neue Ansätze braucht.

In zwei Fishbowl-Runden wurde der Austausch vertieft. Zunächst brachte der Potsdamer Männerberater Josef Borchardt einen konkreten Beratungsfall ein: Im Setting eines kollegialen Coachings gaben drei Freiwillige aus dem Publikum Feedback dazu und besprachen unterschiedliche Fragen, wie die nach der eigenen professionellen Haltung, nach der Beziehungsgestaltung und denkbaren Interventions- und Handlungsmöglichkeiten.

Die zweite Runde richtete den Blick auf eine zentrale Herausforderung vieler Angebote: Wie lassen sich Männer erreichen, ansprechen und beteiligen? Die Erfahrungen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern zeigten dabei, dass es nicht den einen Zugang gibt. Entscheidend sind glaubwürdige Ansprache, passende Orte und Formate sowie Angebote, die an den Lebenswelten der jeweiligen Zielgruppen anknüpfen.

Vier Themenwerkstätten, vier Perspektiven

Am Nachmittag arbeiteten die Teilnehmenden in vier parallelen Themenwerkstätten. Dabei wurde deutlich: Die Qualität geschlechterreflektierter Jungen- und Männerarbeit entscheidet sich auf mehreren Ebenen zugleich – bei den Fachkräften, in Organisationen, beim Zugang zu den Zielgruppen und in der öffentlichen Kommunikation.

Kompetenzen und Methoden

Geschlechterreflektierte Arbeit braucht neben fachlichem Wissen eine reflektierte Haltung, Geschlechtersensibilität und die Bereitschaft zum Perspektivwechsel. Diskutiert wurden unter anderem sichere Lernräume, Authentizität, Empathiefähigkeit und die Frage, wie entsprechende Kompetenzen stärker in Aus- und Weiterbildung verankert werden können.

Themenwerkstatt
Ergebnisse der Themenwerkstatt
Rahmenbedingungen, Kooperationen und Ressourcen

Im Mittelpunkt standen die Bedingungen innerhalb von Organisationen, um geschlechterreflektiert mit unterschiedlichen Frage- und Themenstellungen umgehen zu können.  Beispielhaft wurde sich dabei über Kinderschutz und Mitarbeiterschutz, Vorbehalte gegenüber männlichen Pädagogen, Sensibilisierung, den Umgang mit Konflikten und unterschiedlichen Loyalitäten, aber auch über Vereinbarkeit als ein Männerthema ausgetauscht.

Themenwerkstatt
Ergebnisse der Themenwerkstatt
Ansprache, Zugänge und Erreichbarkeit

Wie finden Jungen und Männer den Weg in Angebote? Als Hürden wurden unter anderem Scham, Unsicherheit, begrenzte Ressourcen und fehlende passende Zugänge benannt. Peer-to-Peer-Ansätze, positive Vorbilder, lebensweltnahe Orte und eine glaubwürdige, niedrigschwellige Ansprache wurden als wichtige Zugänge diskutiert.

Themenwerkstatt 3(1)
Ergebnisse der Themenwerkstatt
Sprache und Narrative

Wie lässt sich vermitteln, warum Jungen- und Männerarbeit politisch und gesellschaftlich wichtig ist? Die Teilnehmenden beschäftigten sich mit positiven Männlichkeitsbildern, Demokratiebildung, Prävention, öffentlicher Förderung und Medienkompetenz. Ein zentraler Punkt dabei: Die gesellschaftliche Relevanz der Arbeit sichtbar zu machen, ohne Männer pauschal als Problem zu markieren.

Themenwerkstatt 4(1)
Ergebnisse der Themenwerkstatt

Was der Tag deutlich gemacht hat

Beim abschließenden Gallery Walk gab es Gelegenheit, in den Austausch zu den Ergebnissen der Werkstätten zu gehen, Fragen zu stellen und Ergänzungen vorzunehmen. Dabei zeichnete sich ein gemeinsamer Befund ab: Gute Fachlichkeit allein reicht nicht. Damit geschlechterreflektierte Jungen- und Männerarbeit wirksam werden kann, braucht sie qualifizierte Fachkräfte, tragfähige organisatorische Rahmenbedingungen, erreichbare Angebote und eine öffentliche Kommunikation, die ihren Beitrag zu Gleichstellung, Prävention und gesellschaftlichem Zusammenhalt verständlich macht.

Das diesjährige Netzwerktreffen Männerberatung lebte dabei nicht nur von den Formaten, sondern vor allem vom offenen Austausch und der Bereitschaft, Erfahrungen, Fragen und auch Unsicherheiten miteinander zu teilen.

Vielen Dank an alle, die Fälle eingebracht, mitdiskutiert, nachgefragt und neue Perspektiven eröffnet haben. Das Netzwerktreffen hat gezeigt: Vernetzung und gemeinsames Lernen sind wichtig und wertvoll für die Weiterentwicklung

Kostenlos

030 275 811 22

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Alte Jakobstraße 149
Berlin, 10969 Deutschland