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Sevilla

Männlichkeiten, Frieden und Sicherheit: Bundesforum Männer beim MenEngage Europe Treffen in Sevilla

21. Oktober — 23. Oktober

Wie können Männer zu Frieden, Demokratie und Geschlechtergerechtigkeit beitragen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des MenEngage Europe Symposium & Gathering vom 21. bis 23. Oktober 2026 in Sevilla. Vertreter:innen zivilgesellschaftlicher Organisationen aus ganz Europa kamen zusammen, um über Männlichkeitsbilder, Militarisierung und gemeinsame Strategien für eine gerechtere und friedlichere Gesellschaft zu diskutieren. Für das Bundesforum Männer nahm Geschäftsführer Dag Schölper teil.

Männlichkeitsbilder zwischen Militarisierung und Friedensarbeit

Das Symposium „Men, Masculinities and Militarism in Europe“ beschäftigte sich mit den Zusammenhängen zwischen traditionellen Männlichkeitsvorstellungen, Gewalt und Krieg. Dabei ging es auch darum, Männer nicht ausschließlich als potenzielle Aggressoren zu betrachten, sondern auch ihre Erfahrungen von Verletzlichkeit und Gewalt ernst zu nehmen und sie als aktive Mitgestalter friedlicher Gesellschaften zu gewinnen.

Sicherheit und Schutz demokratisch gestalten

Die Diskussionen machten deutlich, dass die Kritik an Militarismus allein nicht ausreicht. Angesichts realer Kriege und Bedrohungen braucht es konkrete Antworten darauf, wie Menschen geschützt und Konflikte friedlich gelöst werden können.

Neben Diplomatie, internationaler Zusammenarbeit und ziviler Konfliktprävention wurden deshalb auch die Verantwortung demokratischer Institutionen und die kritische Auseinandersetzung mit Männlichkeitsnormen innerhalb militärischer Strukturen thematisiert. Eine zentrale Herausforderung bleibt, Schutz und Sicherheit zu gewährleisten, ohne diese Verantwortung weiterhin an traditionelle männliche Rollenbilder zu knüpfen.

Europäische Zusammenarbeit für Gleichstellung stärken

Beim anschließenden MenEngage Europe Gathering stand die Vernetzung zivilgesellschaftlicher Organisationen im Vordergrund. In offenen Arbeitsgruppen tauschten die Teilnehmenden Erfahrungen aus und berieten über nächste Schritte der europäischen Zusammenarbeit. Für das Bundesforum Männer ist insbesondere die Verbindung von praktischer Jungen-, Männer- und Väterarbeit mit politischer Interessenvertretung von Bedeutung.

Frieden braucht neue Vorstellungen von Männlichkeit

Dag Schölper begleitete die Diskussionen in Sevilla mit einem Graphic Recording, in dem er zentrale Gedanken, Fragen und Spannungsfelder zeichnerisch festhielt. Sein Fazit unterstreicht, dass die Veränderung von Männlichkeitsbildern und konkrete politische Gestaltung zusammengedacht werden müssen:

„Frieden braucht neue Vorstellungen von Männlichkeit – jenseits von Härte, hin zu Fürsorge und demokratischer Verantwortung. Eine der zentralen Fragen lautet: Wie lässt sich Schutzverantwortung organisieren, ohne sie weiterhin als spezifisch männliche Aufgabe zu definieren?“

Dag Schölper

Das Treffen in Sevilla hat gezeigt, wie wichtig der internationale Austausch für eine gleichstellungsorientierte Friedens- und Sicherheitspolitik ist. Das Bundesforum Männer wird die Impulse aus den Diskussionen in seine weitere Arbeit und die europäische Vernetzung einbringen.

C. San Fernando, 4
Sevilla, 41004 Spain