Instagram-Clips hinterfragen Stereotype

Männer sind hart. Männer machen Karriere. Männer kommen allein klar. Müssen sie aber nicht! Viele Männer haben verinnerlicht, dass sie Probleme allein lösen müssen.

Wir finden es ist an der Zeit, dass wir solche veralteten Rollenanforderungen hinter uns lassen. Mit Animationsclips für Instagram zeigen wir eine Auswahl von Stereotypen und ermutigen dazu, sie zu hinterfragen.

Animationsfilm für das Männerberatungsnetz

Beratung sollte für Männer kein „No-Go“ sein. Mit einem Animationsfilm sensibilisieren wir dafür, dass selbstverständlich auch Männer Beratungsanlässe und Beratungsbedarfe haben. Vielen Männern fällt es nicht leicht, Unterstützung anzunehmen.

Hier aktiv gegenzusteuern ist das Ziel unseres Films. Beratung zu suchen und in Anspruch zu nehmen, kann hilfreich und entlastend sein. Beratung kann verhindern, dass kleine Probleme groß werden. Sie kann Orientierung geben und zu einem gesünderen Leben beitragen.
Das Filmprojekt ist in Zusammenarbeit mit dem Berliner Studio für Animation, Illustration und Design Ernst 3000 entstanden.

Flyer: Mit Jungen, Männern und Vätern für eine geschlechtergerechte Zukunft

Die Gleichstellung der Geschlechter kann nur gemeinsam gelingen. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass die Gleichstellungspolitik Männer einbezieht und Lebenslagen von Jungen, Männern und Vätern in den Blick nimmt.

In unserem Verbandsflyer geben wir einen kurzen Überblick über unsere unsere Organisation sowie Themen und Ziele des Bundesforum Männer.

Flyer: Männerberatungsnetz – Beratung für Jungen, Männer und Väter

Die vom BFM betriebene Online-Plattform männerberatungsnetz.de bündelt Beratungsangebote, die sich speziell an Jungen, Männer und Väter richten.

Mittels Orts- und Themensuche in einer Beratungslandkarte können Unterstützungs- und Hilfsangebote in der Nähe gefunden werden. Darüber hinaus stellen wir Kontaktadressen überregionaler Informationsportale und Telefon-Hotlines zu unterschiedlichen Themenbereichen bereit.

Jubiläumsmagazin: 10 Jahre gleichstellungsorientierte Politik für Jungen, Männer und Väter

Am 04. November 2010 gründete sich das BFM. Im Herbst 2020 feierten wir das zehnjährige Bestehen und einen runden Geburtstag. Das Jubiläum war für uns Anlass, um auf zehn Jahre gleichstellungspolitisches Engagement für die Interessen von Jungen, Männer und Väter in ihrer Vielfalt zurückzublicken. Zugleich ging es um die Frage, was mit der gleichstellungspolitischen Arbeit des Verbands in den kommenden zehn Jahren erreicht werden kann.

Unser Jubiläumsmagazin bildet einige der fachlichen Perspektiven und Arbeitskontexte der Mitglieder des Bundesforum Männer ab. Viele Mitglieder, Fachkolleg:innen und Wegbegleiter:innen haben das Magazin mit ihren Artikeln und ihrer Bereitschaft zu Interviews und Gesprächen lebendig werden lassen. Ihnen gilt unsere ausdrückliche Wertschätzung und Anerkennung für ihr jahrelanges gesellschaftliches und politisches Engagement.

Mit Beiträgen von: Thomas Altgeld, Volker Baisch, Teresa Bücker, Heike Gerstenberger, Dr. Thomas Gesterkamp, Dr. Franziska Giffey, Christoph Grote, Dr. Angela Icken, Karsten Kassner, Dr. Erich Lehner, Dr. Anja Nordmann, Heide Oestreich, Nils Pickert, Martin Rosowski, Simone Schmollack, Dr. Dag Schölper, Klaus Schwerma, Dirk Siebernik, Björn Sieverding, Markus Theunert, Dr. Michael Tunç, Uta Zech.

Wenn Sie ein kostenfreies Druckexemplar erhalten möchten, schreiben Sie uns unter dem Betreff „Jubiläumsmagazin Druckexemplar“ eine E-Mail an info@bundesforum-maenner.de

Studie „Geflüchtete Männer in Deutschland – Bedarfe, Herausforderungen und Ressourcen“

Von 2016 bis 2018 realisierte das Bundesforum Männer das vomBundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Projekt „Flucht, Migration, Integration – Geschlechterreflektierte Arbeit mit männlichen Flüchtlingen“.

Mit der im Rahmen des Projektes erstellten Studie „Geflüchtete Männer in Deutschland – Bedarfe, Herausforderungen und Ressourcen“ konnte ein zielgerichteter Beitrag für künftige Hilfsangebote und Projekte für insbesondere männliche Geflüchtete geleistet und dabei vor allem auch ein geschlechterreflexiver Blick geschärft werden.

Soziale Beziehungen

(Jungen) geflüchteten Männern fehlen Zugänge zur Aufnahmegesellschaft, weswegen Angestellte im Supermarkt etc. häufig zu Ersatzkontakten werden. Rassistische Diskurse wirken sich auf das Selbstwertgefühl junger Männer im Verhältnis zur Aufnahmegesellschaft aus und stehen dadurch offenen und optimistischen Annäherungen entgegen. Außerdem fühlen sich Geflüchtete von verschiedenen Seiten häufig nicht als Individuum wahrgenommen.

Hier braucht es soziale Zugänge zur Aufnahmegesellschaft und den Ausbau sexualpädagogischer Angebote, die eine generelle Öffnung ermöglichen. Außerdem muss rassistischen Diskursen entschieden entgegengetreten werden, um ein sicheres Ankommen zu ermöglichen.

Bildung und Arbeit

Das Bedürfnis, in Deutschland zu arbeiten und dabei an die bisherige Bildungsbiographie anzuknüpfen kann über zweckgebundene Interaktionen hinausgehen und einen günstigen Rahmen bieten, um Mitgliedern der Aufnahmegesellschaft auf Augenhöhe zu begegnen. Gleichzeitig fehlt jugendlichen Geflüchteten der Zugang zum regulären Schulunterricht und der Umgang mit Gleichaltrigen. Sprachkurse sind mit langen Wartezeiten und Zugangsbeschränkungen verknüpft. Auch beim Zugang zu Arbeitsmarkt, Ausbildungen und Praktika braucht es dringend mehr Flexibilität der zuständigen Behörden. Ausländerbehörden der Länder erteilen teilweise kaum Genehmigungen für weiterführende Studiengänge. Hier braucht es eine stärkere Berücksichtigung individueller Interessen und Fähigkeiten und kürzere Wartezeiten.

Unterbringung

Gemeinsam reisende Freunde werden durch die Transfers voneinander getrennt und unterschiedliche Regionen zugewiesen. In dieser Phase fehlen ihnen Beratungsmöglichkeiten ebenso wie Optionen, ihre Situation beeinflussen zu können, was zu Gefühlen von Ohnmacht, Autonomie- und Kontrollverlust führt. Gefühle, die den Ansprüchen junger Männer und Väter entgegenstehen, Verantwortung und Handlungsfähigkeit beweisen zu können. Ganz konkret bedeuten die aktuellen Unterbringungsbedingungen außerdem Hygienemissstände, Diebstähle, Drogenkonsum, Gewalt und einen Mangel an Privatsphäre, was sich nicht zuletzt auf den Schlaf auswirkt. Schlafentzug führt zu einem Mangel an Konzentrationsfähigkeit, beeinträchtigt z.B. schulische Leistungen und die Fähigkeit zum Deutschlernen. Das von vielen Praktiker*innen beschriebene erniedrigende und traumatisierende Potenzial solcher Bedingungen verhindert aktiv jede Form des Ankommens in der Aufnahmegesellschaft.

Um existentielle Befürnisse nach sicherem Wohnen zu erfüllen, braucht es zwingend (Mindest-)Standards für Unterbringungen deutschlandweit. Es ist notwendig, die Schutzbedürftigkeit von Jungen, Männern und Vätern in der weiteren Entwicklung von Gewaltschutzkonzepten für Gemeinschaftsunterkünfte zu integrieren. Außerdem muss die Ausbeutung von Geflüchteten auf dem anschließenden Wohnungsmarkt gestoppt werden.

Ressourcenstärkende Angebote

Betroffene bringen häufig ein hohes Maß an Resilienz mit. Die Aufnahmegesellschaft sollte stressfreie Räume schaffen und so die Selbstheilung fördern, die bei vielen bereits angelegt ist. Beispiele aus der Praxis für solche Orte sind öffentliche Bibliotheken, in denen persönliche Ansprechpartner ein Näheverhältnis aufbauten, Kirchen- und Moscheegemeinden, Angebote der Jugendmigrationsdienste, Angebote der offenen Jugendarbeit, Jugendfreizeiten und Theatergruppen sowie Schul-, Vereins- und Gemeindefeste. Die Erfahrung von Selbstwirksamkeit erlebten befragte junge Männer ebenfalls durch eigenes ehrenamtliches Engagement, etwa Dolmetschen oder das Teilen von Wissen bei behördlichen Anliegen.

Abschließendes aus der Perspektive des BFM

Die diffizilen Lebenssituationen der geflüchteten Menschen machen insgesamt die Zerbrechlichkeit sozialer Sicherheiten in Deutschland sichtbar. Vor dem Hintergrund rassistischer Diskurse sind Geflüchtete dieser Zerbrechlichkeit in besonderer Härte ausgesetzt. Umso mehr ist Politik auf allen Ebenen gefordert, gleichstellungspolitische Entwicklungen aktiv mitzugestalten. Eine Perspektive, die geflüchtete Männer überwiegend als Problemfälle im Sinne der Kriminalstatistik thematisiert, kann in der Praxis dazu beitragen, dass die Vulnerabilität von geflüchteten (jungen) Männern strukturell zu wenig gesehen wird. Aus belastenden, mitunter traumatisierenden Erlebnissen vor, während und nach der Flucht entsteht ein besonderer Bedarf, nicht für alle, aber für viele der geflüchteten Jungen und Männer. Mit dieser besonderen Schutzbedürftigkeit muss gendersensibel umgegangen werden. Für geflüchtete Männer, egal ob mit Bleibeperspektive oder ohne, muss es das Ziel sein, sie nicht nur notdürftig und unter menschenunwürdigen Bedingungen in zentralisierten Einrichtungen zu verwahren, sondern ihnen zu ermöglichen „Agenten des Wandels“ zu werden.

Eigenen und von außen wirksamen Anforderungen nicht gerecht zu werden, trifft Männer oft im Kern ihres „männlichen Selbstbildes“ und mindert ihr Selbstwertgefühl durch das geringe Maß an erlebter Selbstwirksamkeit. Genderkompetente Begleitung ist notwendig, gerade mit Blick auf die Anforderungen, bestimmten Männlichkeitsbildern zu entsprechen. Mentoring-Programme müssen unterstützt werden, durch die junge Geflüchtete von den Erfahrungen (auch älterer) Einheimischer profitieren können. Proaktiv müssen Impulse zur Gründung von Männergruppen (Peer-to-Peer) gesetzt und Unterstützungsangebote, die auch Familienangehörige einbeziehen, geschaffen werden.