LeSuBiA Webbeitrag

Vom Dunkelfeld zur politischen Verantwortung: warum der Gewaltschutz jetzt gestärkt und erweitert werden muss

Am 10. Februar 2026 wurden erste Ergebnisse der lang erwarteten Dunkelfeldstudie LeSuBiA (Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag) veröffentlicht. Die Ergebnisse liefern eine repräsentative, geschlechterübergreifend vergleichbare Datengrundlage zur Gewaltbetroffenheit in Deutschland. Gewalt ist ein relevantes Phänomen für alle Geschlechter. Für das Bundesforum Männer (BFM) ist klar: Die Ergebnisse müssen jetzt politische Konsequenzen haben.

Gewalt ist weit verbreitet

Die Studie zeigt, dass das Dunkelfeld von Gewalt deutlich größer ist als die bekannten Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik. Frauen sind häufiger von schwerer, wiederholter und andauernder Gewalt betroffen. Gleichzeitig wird deutlich, dass auch Männer in relevantem Umfang von Partnerschaftsgewalt sowie von sexualisierter und digitaler Gewalt betroffen sind.

Die Studie macht sichtbar, was lange im Dunkeln lag. Jetzt geht es nicht um Konkurrenz zwischen Betroffenengruppen, sondern um politische Verantwortung. Wir brauchen ein Gewaltschutzsystem, das Frauen wirksam schützt und zugleich Männer und TIN*-Personen nicht ausschließt

Dr. Dag Schölper, Geschäftsführer des BFM

Aus Sicht des BFM müssen Hilfe- und Schutzstrukturen für Frauen konsequent ausgebaut werden. Zugleich braucht es ergänzende, niedrigschwellige und spezialisierte Angebote für gewaltbetroffene Männer und TIN*-Personen. Die Strukturen dürfen nicht in Konkurrenz stehen, sondern müssen Teil eines umfassenden Hilfesystems sein.

Gewalthilfegesetz weiterentwickeln

Im Zuge der Umsetzung der EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt bis Juni 2027 fordert das BFM eine Weiterentwicklung des Gewalthilfegesetzes. Ziel muss ein verbindlicher Rechtsanspruch auf Schutz und Unterstützung für alle Betroffenen häuslicher Gewalt sein.

Prävention und Täterarbeit stärken

Darüber hinaus betont das BFM die Bedeutung von Täterarbeit und Prävention. Geschlechterreflektierte Bildungs- und Beratungsarbeit mit Jungen und Männern sind zentrale Bausteine, um Gewalt langfristig zu reduzieren.

Prävention, Täterverantwortung, Unterstützung und Schutz gehören zusammen. Nur wenn wir alle Ebenen gleichzeitig stärken, kann Gewalt nachhaltig zurückgedrängt werden.

Dr. Dag Schölper, Geschäftsführer des BFM

Vollständiger Kommentar des Bundesforum Männer zur Veröffentlichung der LeSuBiA-Studie: