Vatertag 2026

Vatertag 2026: Bundesforum Männer fordert Einführung einer bezahlten Vaterschaftsfreistellung

Anlässlich des Vatertags am 14. Mai 2026 fordert das Bundesforum Männer (BFM) die Einführung einer bezahlten Vaterschaftsfreistellung unmittelbar nach der Geburt eines Kindes. Die aktuelle Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, zentrale Fragen zur Umsetzung der EU-Vereinbarkeitsrichtlinie dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vorzulegen, erhöht nach Ansicht des BFM den politischen Druck auf die Bundesregierung.

Europäische Vorgaben endlich umsetzen

Die EU-Vereinbarkeitsrichtlinie sieht seit 2019 eine bezahlte zweiwöchige Freistellung von Vätern nach der Geburt als Mindeststandard vor. Deutschland hat die Richtlinie bislang jedoch nicht vollständig umgesetzt. Die ursprünglich geplante sogenannte Familienstartzeit wurde in der vergangenen Legislaturperiode nicht eingeführt.

Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts erhöht den Druck auf den Gesetzgeber deutlich. Es ist an der Zeit, dass Deutschland hier nicht länger hinter europäischen Standards zurückbleibt.

Dr. Dag Schölper, Geschäftsführer des Bundesforum Männer

Vaterschaftsfreistellung stärkt aktive Vaterschaft

Für das BFM ist die Vaterschaftsfreistellung weit mehr als ein symbolisches Signal. Sie ermögliche Vätern, ihre Partner:innen im Wochenbett zu unterstützen, früh Verantwortung zu übernehmen und eine eigenständige Beziehung zum Kind aufzubauen. Gleichzeitig könne sie dazu beitragen, Sorgearbeit partnerschaftlicher zu verteilen.

Zwei Wochen bezahlte Freistellung nach der Geburt sind keine Alternative zum Elterngeld, sondern eine wichtige Ergänzung. Der Anfang macht den Unterschied – und der Anspruch auf Freistellung sendet das klare Signal: Väter sind wichtig, von Anfang an.

Karsten Kassner, Referent für Grundsatzfragen im Bundesforum Männer

Sorgearbeit gerechter verteilen, Familien entlasten

Das BFM verweist zudem auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen: Viele Familien stehen unter erheblichem Druck. Studien zeigen, dass mentale Belastung, Zeitstress und die ungleiche Verteilung von Sorgearbeit weiterhin den Alltag vieler Familien prägen. Der sogenannte Mental Load – also die Organisation des Familienalltags und die Verantwortung, an alles denken zu müssen – liegt noch immer häufig bei Müttern.

Familienpolitik braucht verlässliche Unterstützung

Eine Vaterschaftsfreistellung könne hier einen wichtigen strukturellen Unterschied machen und einen Wandel sozialer Normen unterstützen. Wenn Väter von Beginn an Verantwortung übernehmen, werde aktive Vaterschaft selbstverständlicher und Familien würden nachhaltig entlastet.

Auch mit Blick auf die demografische Entwicklung sieht das Bundesforum Männer politischen Handlungsbedarf. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland so wenige Kinder geboren wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Familienpolitische Maßnahmen müssten deshalb stärker darauf ausgerichtet sein, Familien verlässliche Unterstützung und bessere Vereinbarkeit zu ermöglichen.

Vatertag als politischer Auftrag

Der Vatertag ist daher nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern auch ein politischer Auftrag. Das Bundesforum Männer fordert die Bundesregierung auf, die rechtlichen Grundlagen für eine bezahlte Vaterschaftsfreistellung jetzt zu schaffen.