
Einsamkeit bei Männern – Wie emotionale Offenheit helfen kann • rnd
Unter dem Schlagwort „Male loneliness epidemic“ wird nicht nur in sozialen Netzwerken seit einiger Zeit über Einsamkeit bei Männern diskutiert. Ein Beitrag im RedaktionsNetzwerk Deutschland (rnd) vom 5. September 2025 greift dieses Thema auf.
Karsten Kassner, Fachreferent beim Bundesforum Männer, ordnet den Diskurs ein. Er weist darauf hin, dass Einsamkeit seit der Corona-Pandemie ein gesamtgesellschaftliches Problem ist – und nicht nur Männer betrifft. Gleichwohl hätten Männer durch tradierte Männlichkeitsbilder häufig besondere Schwierigkeiten, über Schwächen, Verletzlichkeit und emotionale Belastungen zu sprechen. Oft fehle es ihnen an engen sozialen Beziehungen, gerade zu anderen Männern. „So gesehen, ist einsam zu sein gewissermaßen der Normalzustand von Männlichkeit“, so Karsten Kassner.
Der Artikel macht deutlich, wie kulturelle Erwartungen an Stärke, Unabhängigkeit und Distanz Männer davon abhalten, ihre Gefühle offen auszudrücken. Das könne negative Folgen für die psychische und körperliche Gesundheit haben – von Depressionen bis zu einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte. Zudem zeigt die Bertelsmann Stiftung, dass einsame junge Menschen tendenziell unzufriedener mit der Demokratie sind und weniger gesellschaftliches Engagement zeigen. Männer, die sozial isoliert sind und an traditionellen Geschlechterbildern festhalten, können so auch für rechtsextreme Gruppierungen anfällig werden.
Statt antifeministischen Schuldzuweisungen brauche es daher neue Leitbilder. Kassner plädiert für eine „fürsorgliche Männlichkeit“, die Jungen und Männern ermutigt, Freundschaften und Beziehungen zu pflegen, in denen auch Verletzlichkeit Platz hat. So könne eine nachhaltige und gesunde Form von Männlichkeit gestärkt werden.