
Nicht an der Zukunft sparen: Bundesforum Männer unterstützt Appell gegen Jugendarmut
Anlässlich der Beratungen zum Bundeshaushalt 2027 unterstützt das Bundesforum Männer den gemeinsamen Appell des Ratschlags Kinderarmut „Nicht an der Zukunft sparen – Jugendarmut bekämpfen, Teilhabe sichern“. Insgesamt 71 Organisationen und Einzelpersonen aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft fordern darin eine verlässliche soziale Absicherung junger Menschen und Investitionen in ihre Zukunft.
Jugendarmut beeinträchtigt Bildungs- und Entwicklungschancen, erschwert gesellschaftliche Teilhabe und begrenzt die Möglichkeiten, das eigene Leben selbstbestimmt zu gestalten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Armutsgefährdungsquote 2025 bei den unter 18-Jährigen bei 16,0 Prozent und bei den 18- bis unter 25-Jährigen bei 24,8 Prozent.
Der Ratschlag Kinderarmut warnt davor, die Konsolidierung des Bundeshaushalts zum vorrangigen Maßstab sozialpolitischer Entscheidungen zu machen. Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Mittel müsse der Sozialstaat junge Menschen schützen, Übergänge absichern und Zukunftsperspektiven eröffnen.
Soziale Sicherheit und gleichberechtigte Teilhabe stärken
Das Bundesforum Männer unterstützt die Forderungen des Bündnisses ausdrücklich. Aus Sicht des Verbandes ist die Bekämpfung von Jugendarmut auch eine wichtige Aufgabe gleichstellungsorientierter Männerpolitik. Jungen und junge Männer brauchen faire Chancen auf Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und den finanziellen Möglichkeiten ihrer Familien.
Dag Schölper, Geschäftsführer des Bundesforum Männer, erklärt:
„Jugendarmut begrenzt nicht nur materielle Möglichkeiten, sondern auch die Freiheit junger Menschen, ihren eigenen Lebensweg zu gestalten. Eine gleichstellungsorientierte Männerpolitik nimmt deshalb auch die Lebenslagen von Jungen und jungen Männern in den Blick. Sie brauchen faire Bildungschancen, verlässliche Unterstützung und die Möglichkeit, ihren eigenen Vorstellungen von Männlichkeit und einem guten Leben zu folgen. Soziale Sicherheit ist dafür eine entscheidende Voraussetzung.“
Dag Schölper
Vier zentrale Forderungen für den Bundeshaushalt 2027
Der gemeinsame Appell des Ratschlags Kinderarmut fordert insbesondere:
- Eine armutsfeste Existenzsicherung: Das Existenzminimum junger Menschen muss ihre tatsächlichen Bedarfe berücksichtigen – einschließlich Mobilität, digitaler Ausstattung, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe. Auch die besonderen Bedarfe von Jugendlichen in Haushalten getrenntlebender Eltern müssen einbezogen werden. Der Kindersofortzuschlag muss bis zu einer realitätsgerechten Neuermittlung erhalten bleiben.
- Verlässliche Unterstützung beim Übergang ins Erwachsenenleben: Schule, Ausbildung, Studium, Berufseinstieg und eigenständiges Wohnen dürfen nicht zu Armutsrisiken werden. Sozialleistungen müssen junge Menschen möglichst unbürokratisch erreichen. Kürzungen beim Wohngeld und Unterhaltsvorschuss lehnt das Bündnis ab.
- Eine dauerhaft finanzierte soziale Infrastruktur: Angebote der Jugend- und Schulsozialarbeit, Familienbildung und -beratung sowie weitere Unterstützungsangebote müssen langfristig abgesichert werden – unabhängig von der Finanzkraft einzelner Kommunen.
- Verbindliche Beteiligung junger Menschen: Jugendliche und junge Erwachsene müssen an politischen Entscheidungen, die ihre Lebensbedingungen betreffen, wirksam mitwirken können. Dies gilt ausdrücklich auch für junge Menschen in Armutslagen.
In die Zukunft junger Menschen investieren
Mit dem gemeinsamen Appell unterstreichen die Unterzeichnenden, dass Investitionen in soziale Sicherheit, Bildung und Teilhabe zugleich Investitionen in den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie sind.
Das Bundesforum Männer fordert die politisch Verantwortlichen auf, diese Anliegen bei den Beratungen zum Bundeshaushalt 2027 zu berücksichtigen. Junge Menschen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, um ihre Fähigkeiten zu entfalten, Verantwortung zu übernehmen und ihre Zukunft selbst zu gestalten.
Weitere Informationen:
Gemeinsamer Appell des Ratschlags Kinderarmut 2026: „Nicht an der Zukunft sparen – Jugendarmut bekämpfen, Teilhabe sichern“