
Sexualisierte Gewalt gegen Jungen und junge Männer sichtbar machen, verhindern und Betroffene unterstützen
Sexualisierte Gewalt betrifft Menschen aller Geschlechter, insbesondere Frauen und Mädchen. Aber auch Jungen und junge Männer sind betroffen, ihre Erfahrungen werden jedoch oft übersehen. Das Bundesforum Männer setzt sich dafür ein, männliche Betroffenheit sichtbarer zu machen, Hilfen auszubauen und Prävention wirksamer zu gestalten. In einer neuen Positionierung macht das BFM deutlich, worauf es dabei besonders ankommt.
1. Männliche Betroffenheit sichtbar machen
Jungen und junge Männer erleben sexualisierte Gewalt in Familien, Einrichtungen, Vereinen und im digitalen Raum. Dennoch bleiben ihre Erfahrungen oft unsichtbar. Es braucht mehr öffentliche Sensibilisierung und eine klare Anerkennung dieser Betroffenheit.
2. Schweigen und Scham entgegenwirken
Viele Betroffene sprechen nicht über das Erlebte – aus Scham, aus Unsicherheit oder weil ihnen die Sprache dafür fehlt. Hinzu kommen stereotype Vorstellungen von Männlichkeit, die Verletzlichkeit ausblenden und den Zugang zu Hilfe erschweren.
3. Hilfen passgenau ausbauen
Beratungs-, Therapie- und Unterstützungsangebote müssen niedrigschwellig, gut erreichbar und traumasensibel sein. Sie sollten die Lebenslagen von Jungen und jungen Männern gezielt berücksichtigen und auch digital zugänglich sein.
4. Schutzkonzepte verbindlich stärken
Einrichtungen, in denen Jungen und junge Männer leben, lernen oder ihre Freizeit verbringen, brauchen wirksame Schutzkonzepte. Diese müssen geschlechtersensibel ausgestaltet sein und Jungen ausdrücklich einbeziehen. Fachkräfte in Jugendhilfe, Bildung, Sport, Gesundheit und Beratung brauchen dafür mehr Wissen und Handlungssicherheit.
5. Prävention umfassend denken
Prävention beginnt früh. Sie umfasst sexuelle Bildung, Schutzkonzepte, geschlechterreflektierte Jungen- und Männerarbeit sowie die Auseinandersetzung mit schädlichen Männlichkeitsnormen, Machtansprüchen und Schweigekulturen. Jungen zu stärken, Grenzen zu achten und gewaltfreie Formen von Männlichkeit zu fördern, ist ein zentraler Beitrag zum Schutz vor sexualisierter Gewalt.
6. Aufarbeitung und Anerkennung sichern
Betroffene müssen verlässlich unterstützt und institutionelles Versagen benannt werden. Dazu gehören auch eine betroffenenorientierte und geschlechterreflektierte Aufarbeitung sowie verlässliche Regelungen zur Kostenübernahme und Entschädigung.
Neugierig auf die Details?
Die vollständige Positionierung mit Einordnung und konkreten Forderungen steht hier als Download zur Verfügung.