Wir über uns

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Das BUNDESFORUM MÄNNER ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich als geschlechterpolitische Lobbyorganisation und gleichzeitig als Dachverband für Organisationen begreift, die deutschlandweit im Feld von Jungen-, Männer- und Väterpolitik tätig sind.

Erfahren Sie mehr über uns:
Bundesforum Männer Infobroschüre 2014

Ab 2008 kamen bundesweit tätige Organisationen der Männer-, Jungen- und Väterarbeit in Deutschland zusammen und diskutierten über Bedarf und mögliche Formen der Zusammenarbeit auf Bundesebene. Aus den zunächst sporadisch stattfindenden Treffen und den dort ausgetauschten Erfahrungen wurde zunehmend deutlich, dass es verlässlicher Vernetzung und auch so etwas wie einer politischen Interessenvertretung für Jungen, Männer und Väter bedürfe.

Daraus entstand schließlich das im November 2010 gegründete BUNDESFORUM MÄNNER – Interessenverband für Jungen, Männer und Väter e. V. mit zunächst 24 Mitgliedsorganisationen. Derzeit zählt der Verband 33 Mitgliedsorganisationen aus den Feldern der Jungen-, Männer und Väterarbeit und den unterschiedlichsten Bereichen wie Bildung, Gewalt, Gesundheit, Sexualität, Kirche, Gewerkschaften, Sozialverbände etc. Und er soll noch weiter wachsen.

Uns geht es nach außen gerichtet um politische Interessenvertretung und eher nach innen gerichtet um fachliche Vernetzung.

Die gemeinsame Arbeit basiert auf einer politischen Plattform, auf die sich die Gründungsmitglieder – bei aller strukturellen und inhaltlichen Heterogenität – im Gründungsprozess des Verbandes verständigt haben und auf die sich alle Neumitglieder verpflichten. Darin heißt es einleitend:

»Die Mitglieder des BUNDESFORUM MÄNNER bekennen sich zur Geschlechtergerechtigkeit als Grundprinzip ihrer gemeinsamen Arbeit. In diesem Sinne setzen sie sich dafür ein, dass alle Geschlechter gleichberechtigt im Fokus der politischen und gesellschaftlichen Gestaltung stehen. Damit wenden sie sich gegen jegliche geschlechtliche Diskriminierung. Am Prinzip umfassender gesellschaftlicher Gleichstellung orientiert, wirken sie mit, die Geschlechter in ihren jeweiligen Entwicklungen, Identitäten und der Vielfalt ihrer Lebensentwürfe zu fördern. Die Arbeit des Bundesforums geschieht in konstruktivem Dialog zwischen den Geschlechtern. Das Forum weiß sich der Solidarität unter Männern und Jungen und mit Frauen und Mädchen verpflichtet.«

Das BUNDESFORUM MÄNNER ist für Regierungen, Ministerien, Fraktionen, Parteien und politische Stiftungen auf Bundes- und Landesebene der männerpolitische Ansprechpartner. Es steht auf verbandlicher Ebene im engen Austausch mit dem Deutschen Frauenrat.

Das BUNDESFORUM MÄNNER hat einen siebenköpfigen ehrenamtlichen Vorstand, davon drei geschäftsführende Vorstände.

Die Geschäftsstelle arbeitet in Berlin mit drei Hauptamtlichen (jeweils in Teilzeit): dem Geschäftsführer, dem Fachreferenten und einer Verwaltungsfachkraft.

Vier verbandsinterne Fachgruppen zu den Themenfeldern Jungen, Männer, Väter, ältere Männer/Senioren haben 2012 ihre Arbeit aufgenommen. Der Verband erhält eine dreijährige Anschubfinanzierung durch das BMFSFJ (bis Januar 2014).

Hintergrund

Jungen-, Männer- und Väterarbeit und -politik sind in Deutschland nicht neu. Die zivilgesellschaftliche Landschaft der Jungen-, Männer- und Väterpolitik in Deutschland ist sogar äußerst vielfältig.

Hier das seit 30 Jahren stattfindende bundesweite Männertreffen, dort die Männerarbeit der christlichen Kirchen; hier das Männerbüro im Stadtteil, dort die bundesweit agierende Gewerkschaft; hier ein Internetblog, dort ein seit über 20 Jahren auf Papier erscheinender Infodienst usw.

Hinzu kommen Bundesarbeitsgemeinschaften, Landesarbeitsgemeinschaften und lokale Arbeitsgruppen – beispielsweise im Feld der Jungenarbeit. Aus diesem Geflecht ganz unterschiedlicher gesellschaftlicher Kräfte entsteht Männerpolitik oder vielleicht treffender: Männlichkeitspolitik. Der Einfachheit halber wird hier der Begriff ‚Männerpolitik‘ verwendet.

Zivilgesellschaftliche Zusammenschlüsse entfalten politische Wirkung, ohne unmittelbar zum administrativen System zu gehören. Sie sind politisch, indem sie implizit oder direkt zur öffentlichen Diskussion, damit zur Wissensbildung über Mann und Männlichkeit, über Jungen und Väter und so zur gesellschaftlichen Gestaltung beitragen.

Der Staat – also Regierung, Ministerialbürokratie, parlamentarische Fraktionen und Parteien – greift auf dieses Wissen zurück. Damit sind zivilgesellschaftliche Akteure und die von ihnen Angestoßenen Debatten auch von struktureller Relevanz.

Dabei ist immer mit zu bedenken, dass viele zivilgesellschaftlichen Akteure wie Berufsverbände oder Sport- und Freizeitvereine mit Blick auf das alltägliche Doing Gender bzw. Doing Masculinity (Goffman, 2001) enorme Bedeutung haben – auch dann, wenn sie weder Jungen-, Männer- noch Väterarbeit im offiziellen Programm haben.

Seit vielen Jahren gibt es Aktivitäten zur Verbesserung der Lebenslagen von Jungen, Männern und Vätern. Die Akteure aber blieben lange Zeit eher vereinzelt. Hier und dort entstanden lose und nur wenig bekannte Netzwerke wie zum Beispiel das seit 1999 bestehende Forum Männer in Theorie und Praxis der Geschlechterverhältnisse, die zwar gute und wichtige Arbeit leisteten, aber organisatorisch und strukturell eher schwach ausgeprägt blieben.

Von einer Männerbewegung, die den Kriterien einer Sozialen Bewegung entsprochen hätte, konnte zu keiner Zeit ernsthaft die Rede sein. Aus den Kontakten, Gesprächen und Kooperationen, die sich über die Zeit herausbildeten, entstand mehr und mehr ein Bedürfnis nach verbindlicher Zusammenarbeit.

In jüngerer Zeit erweiterte sich die allgemeine gleichstellungspolitische Perspektive um Jungen, Männer und Väter. So wird etwa im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) von drei Phasen in der Entwicklung gesprochen: »von der Frauenpolitik über die Gleichstellungspolitik zur nachhaltigen Politik der Chancengerechtigkeit für Frauen und Männer« (BMFSFJ 2011, S. 8).

Vor diesem Hintergrund symbolisiert die Gründung des BUNDESFORUM MÄNNER auch den Aufbruch in eine neue gleichstellungspolitische Phase. Mit der Vernetzung wird eine Kräftebündelung geschaffen, um gemeinsam schlagkräftiger politisch handeln und Gesellschaft mitgestalten zu können.