EU-Projekt MEN4DEM

Das europäische Forschungsprojekt „MEN4DEM“ ist an der Schnittstelle von Gesellschaft, Kunst und Wissenschaft angesiedelt. Es untersucht gewaltförmige und antidemokratische Männlichkeitsmuster und entwickelt gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, Künstler:innen und Forschenden neue Visionen für inklusive und demokratische Männlichkeitsbilder. Koordiniert wird das Projekt von der Universität Amsterdam; beteiligt sind Akteur:innen aus sieben Ländern.

MEN4DEM – Demokratische Männlichkeiten für Europa

MEN4DEM ist ein innovatives Kooperationsprojekt, das sechs Partneruniversitäten sowie eine Theatergruppe und eine Gender-Justice-Organisation zusammenbringt. Gemeinsam wollen wir Wissen über politische Männlichkeiten gewinnen und Strategien sowie konkrete Werkzeuge entwickeln, um diese für die Zukunft der europäischen Demokratie transformieren zu können. Das Projekt baut auf vielfältigen Kompetenzen und Erfahrungen auf, die die beteiligten Personen einbringen.

Highlights

Anti-demokratische Männlichkeiten herausfordern
Das Projekt untersucht, wie extreme Rechte politische Männlichkeiten prägen und entwickelt evidenzbasierte Interventionen zur Förderung demokratischer Männlichkeitsmodelle.

Ein neues demokratisches Paradigma entwickeln
Ein theoretischer Rahmen, entwickelt aus akademischen und künstlerischen Methoden, beschreibt, was anti-demokratische Männlichkeiten sind und wie demokratische Alternativen gestaltet werden können. Dieser Rahmen wird laufend an neue Forschungsergebnisse angepasst und dient als Leitfaden für Projektaktivitäten.

Sozialisierung und Einfluss extremistischer Netzwerke
Daten aus sechs Ländern zeigen, wie junge Männer offline und online – etwa in der „Manosphere“ – sozialisiert werden, welche Werte sie übernehmen und wie extremistische Inhalte verbreitet werden.

Spillover in die Mainstream-Politik
MEN4DEM untersucht, wie anti-demokratische Männlichkeitsideale in Jugendorganisationen politischer Parteien und durch Influencer in die breite Gesellschaft gelangen und analysiert deren Strategien und Wirkung.

Politische Führung und digitale Verstärkung
Das Projekt analysiert extrem rechte Führungspersönlichkeiten, um zu verstehen, wie (anti-)demokratische Männlichkeitsideale in Parteistrukturen verankert und online/offline verstärkt werden.

Interventionen für demokratische Männlichkeiten

MEN4DEM entwickelt praxisnahe Interventionen, darunter kurze Online-Videos, die junge Männer gegen manipulative Strategien extrem rechter Gruppen sensibilisieren. Theaterbasierte Workshops fördern inklusive und demokratische Männlichkeitsbilder. Ziel ist es, Radikalisierung zu verhindern, alternative Perspektiven auf das Mann-Sein im 21. Jahrhundert zu vermitteln und den Austritt aus extremistischen Gruppen zu erleichtern.

Ergebnisse

MEN4DEM liefert praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Ergebnisse, die neue Einblicke in politische Männlichkeiten und deren Transformation bieten. Die Projektergebnisse reichen von theoretischen Rahmenwerken über empirische Studien bis hin zu konkreten Interventionen, Werkzeugen und künstlerischen Formaten, die demokratische Männlichkeitsbilder fördern und Anti-Demokratie entgegenwirken.

Europäische Kontexte der Sozialisation in (anti-)demokratische Männlichkeiten
Der Bericht untersucht, wie Menschen in (anti)demokratische Geschlechternormen sozialisiert werden und wie verbreitet geschlechtsspezifische Stereotype in Bezug auf Männlichkeit, Autorität innerhalb der Familie und die Beteiligung von Männern an Sorgearbeit in den EU27-Ländern sind.

Best Practices: Demokratische Männlichkeiten
MEN4DEM veröffentlicht einen Bericht zu effektiven Interventionen und untersucht Strategien zur Bekämpfung anti-demokratischer Tendenzen bei Jungen und Männern. Der Bericht enthält konkrete Empfehlungen für Praktiker:innen, Pädagog:innen, politische Entscheidungsträger:innen und Aktivist:innen, um diese Arbeit zu stärken und auf größere Wirkung zu skalieren.

Mehr Informationen

Auf der offiziellen Projektwebseite von MEN4DEM finden Sie weiterführende Informationen zum Projekt, zu Partner:innen, laufenden Aktivitäten und allen Publikationen.

VERANSTALTUNGEN

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PROJEKTPARTNER

FÖRDERUNG

Kofinanziert von der Europäische Union Logo

Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.

Erasmus+ FOSMA

Das Projekt Fostering Sustainable Masculinities stärkt die länderübergreifende Zusammenarbeit deutschsprachiger Männerverbände. Ziel ist es, Qualität, Wirksamkeit und Vernetzung in der Männerarbeit und -beratung nachhaltig zu verbessern.

Nachhaltige Männlichkeiten fördern

Im Projekt Fostering Sustainable Masculinities – Improving Quality, Efficacy and Transnational Cooperation (01.11.2022–31.10.2025) vertieften deutschsprachige Männerverbände ihre Kooperation und Vernetzung. Koordiniert wurde das Projekt vom Bundesforum Männer (Deutschland) in Zusammenarbeit mit Männer.ch (Schweiz), InfoMann (Luxemburg) und dem Dachverband für Männer-, Burschen- und Väterarbeit in Österreich (DMÖ).
Zentraler Bestandteil war der länderübergreifende Fachaustausch, insbesondere zu Fragen der Männerarbeit und -beratung. Dieser Austausch wurde verstetigt und trug dazu bei, institutionelle Vernetzung, Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung über Ländergrenzen hinweg nachhaltig zu fördern.

FOSMA unterstützte

  • die Beurteilung der Wirksamkeit der geschlechter-reflektierten Jungen-, Männer- und Väterarbeit,
  • die Etablierung von Qualitätsstandards der Jungen-, Männer- und Väterarbeit,
  • die Zusammenarbeit und gemeinsamen Wirkung der beteiligten Verbände auf internationaler Ebene.

Highlights

Weiterentwicklung des Lehrgangs für Männerberatung
Der etablierte Lehrgang „Geschlechterreflektiert mit Jungen, Männern und Vätern arbeiten“ wurde inhaltlich weiterentwickelt. Er richtet sich an angehende Fachkräfte aus Pädagogik, Erwachsenenbildung und Beratung, die in der geschlechterreflektierten Jungen-, Männer- und Väterarbeit tätig sind oder sein möchten.
Qualifizierte, reflektierte Fachpersonen sind eine zentrale Voraussetzung, um Männerarbeit und Männerberatung langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln – auch über den deutschsprachigen Raum hinaus.

Internationale und arbeitsweltbezogene Qualifizierungsangebote
Aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen wurden Perspektiven für weitere Qualifizierungsangebote im internationalen Kontext sowie in Betrieben und der Arbeitswelt entwickelt. Dieser Prozess wird durch einen kontinuierlichen länderübergreifenden Fachaustausch begleitet.

Öffentlichkeitsarbeit und länderübergreifende Fachveranstaltungen
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf länderübergreifenden Veranstaltungen, die sowohl virtuell als auch vor Ort stattfanden. Höhepunkt war eine große internationale Fachtagung zum Thema „Gleichstellungsorientierte Männerarbeit“, die sich mit Praxisansätzen und deren Weiterentwicklung im internationalen Austausch beschäftigte.
Die Tagung fand im September 2024 in Wien statt und wurde als bundesdeutsches Netzwerktreffen Männerberatung durchgeführt. Dabei wurde Männerberatung als wichtiger Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge besonders hervorgehoben.

Ergebnisse des Projektes

Fachkonferenz Wien
Die Dokumentation der Fachkonferenz in Wien bündelt zentrale Beiträge, Ergebnisse und Impulse und bildet eine fachliche Grundlage für den weiteren europäischen Austausch zur geschlechterreflektierten Männerarbeit.

Gemeinsame Erklärung der Dachverbände
Mit der gemeinsamen Erklärung der deutschsprachigen Dachverbände der Männerarbeit („Männer erreichen, beraten und begleiten“) wurde ein starkes Signal für die strukturelle und politische Anerkennung von Männerarbeit gesetzt und die länderübergreifende Zusammenarbeit gestärkt.

Betriebsbefragung „Männer und Gleichstellung“
Die Dokumentation der Betriebsbefragung stellt zentrale Erkenntnisse und praxisnahe Empfehlungen übersichtlich dar und macht diese einer breiten Fachöffentlichkeit zugänglich.

Publikation „Faktor M“
Die Publikation Faktor M entstand mit fachlicher Expertise aus dem Projekt und in Co-Finanzierung durch das Schweizer Bundesamt für Polizei. Sie beleuchtet den Zusammenhang von Geschlechterreflexion, Prävention und gesellschaftlicher Verantwortung und steht kostenfrei zum Download zur Verfügung.

Qualifizierung von Fachkräften
In drei Zyklen des Lehrgangs „Geschlechterreflektiert mit Jungen, Männern und Vätern arbeiten“ wurden insgesamt 56 Teilnehmende an jeweils 17 Lehrtagen in die Grundlagen geschlechterreflektierter Praxis eingeführt. Der Lehrgang geht weiter – Anmeldungen sind möglich:

Fachlicher Orientierungsrahmen (Neuauflage)
Im Zuge der Evaluation und Reflexion des Lehrgangs wurde eine erweiterte Neuauflage des fachlichen Orientierungsrahmens erarbeitet. Diese bietet eine systematische Grundlage für die geschlechterreflektierte Arbeit mit Jungen, Männern und Vätern und ist im Open Access verfügbar.

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FÖRDERUNG

Kofinanziert von der Europäische Union Logo

Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.