Diskussion und Ausblick

Doku: Fachforum „Geflüchtete Jungen, Männer und Väter“ Berlin im Januar 2016

Volker Weiss unterstrich zum Abschluss, dass die Diskussionen während der Veranstaltung deutlich gemacht hätten, dass es wichtig ist, wenn politische Akteure wie das Bundesforum Männer dazu beitragen, die ethnisierenden Negativberichte über geflüchtete Männer kritisch zu kommentieren. So wurde seit den Kölner Gewaltvorfällen weniger über das Engagement Ehrenamtlicher für Geflüchtete, als viel mehr über die angeblich gefährlichen geflüchteten Männer gesprochen. Im Rahmen der Veranstaltung wurde vielfältig darüber diskutiert, wie das Bundesforum Männer z.B. auf die rassistischen Vereinnahmungen der Sexismuskritik reagieren könnte, um dazu eine differenzierte Position in die Öffentlichkeit zu bringen.

Gleichzeitig kristallisierte sich als Ziel heraus, dass die vorhandenen Aktivitäten von migrantischen und geflüchteten Männern selbst sichtbarer bzw. unterstützt würden, die sich in einigen Großstädten Deutschlands gegen (sexuelle) Gewalt an Frauen bereits gebildet haben – wie zum Beispiel die von Kazım Erdoğan angemeldete Demonstration zum Thema „Männer gegen Gewalt“ des Berliner Vereins Aufbruch Neukölln am 16. Januar 2016 in Berlin. Es sollte nicht passieren, dass den Initiativen oder Selbstorganisationen von Geflüchteten Konkurrenz gemacht wird.

Als offene aber relevante Fragen wurden identifiziert:

  • Welche Schritte sind zukünftig nötig, um die weiterhin ethnisierenden und religionisierenden Männlichkeitsdiskurse zu analysieren und zu kritisieren und auf Männerseite die Emanzipation von Sexismus und Rassismus wirksam voranzutreiben?
  • Wie lassen sich berechtigte Kritiken an traditionellen oder gewaltorientierten Männlichkeiten von Zugewanderten und ein parteiliches Engagement gegen rassistische Exklusionen dieser Männer gleichzeitig in den Blick bekommen?
  • Wie lassen sich Momente der Emanzipation dort reflektieren und umsetzen, wo die Kritik traditioneller oder gewaltaffiner Männlichkeiten von Zugewanderten derart im Fokus steht, dass migrantischen/geflüchteten Männer der Schutz vor rassistischer (sowie teils auch sozialer) Ausgrenzung, die Wahrung ihrer Würde und das Wahrnehmen bzw. Beachten ihrer Verletzlichkeit/Verletzungsoffenheit vorenthalten oder unzureichend gewährt wird?

Damit wurden große Herausforderungen deutlich, um der Komplexität und Differenziertheit der Problematik Männlichkeit und (Fluch-)Migration nicht nur in der Beantwortung/Analyse dieser Fragen gerecht zu werden, sondern diese auch in den Positionen des Bundesforums Männer in die öffentlichen und medialen Debatten zu transportieren.

 

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