Begrüßung durch Vorstandsvorsitzenden Martin Rosowski

Doku: Fachforum „Geflüchtete Jungen, Männer und Väter“ Berlin im Januar 2016

Der Vorsitzende des Bundesforums Männer, Martin Rosowski, erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass das Bundesforum Männer sich bereits im Herbst 2015 zum Thema Flucht und Männlichkeiten in die öffentlichen Debatten eingemischt hatte. Denn seit längerer Zeit würde in der öffentlichen Auseinandersetzung sehr einseitig über geflüchtete Männer berichtet: die Debatte sei primär geprägt von Bedrohungsszenarien gewalttätiger und krimineller Männer, die unsere Gesellschaft und Gleichstellungswerte in Gefahr bringen würden. Dabei wäre es doch in Wahrheit so, dass diese Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten zu uns kommen, weil sie vor tödlicher Gewalt, der Zerstörung ihrer wirtschaftlichen Existenz und dem Verlust aller Perspektiven fliehen.

Insofern müsste Flüchtlingspolitik auch anerkennen, dass geflüchtete Männer als Opfer Hilfe und Unterstützung beanspruchen, da sie unter traumatisierenden Erlebnissen und den auf ihnen lastenden Erwartungen ihrer zurückgebliebenen Angehörigen litten. Nötig sei daher der empathische und ressourcenorientierte Blick auf die Mehrheit der geflüchteten und vertriebenen Jungen, Männer und Väter, der aktuell zumeist völlig fehle.

Die seit Beginn der steigenden Fluchtmigration polarisierte Debatte um die Geflüchteten skizzierte Martin Rosowski als den Ansatzpunkt des Fachforums. Man müsse der unzutreffenden Bewertung in gute und schlechte Flüchtlinge etwas entgegensetzen: Während geflüchtete Familien eher Mitgefühl erwarten können, würden die junge Männer hauptsächlich skeptisch beargwöhnt. Leider wurden die sexuellen Übergriffe von Köln zu Silvester dann von der Mehrheit als Bestätigung stereotyper Vorannahmen über die Männer wahrgenommen, so dass diese sogar verstärkt zu Problemträgern der so genannten Flüchtlingskrise stilisiert wurden. Rosowski zog daraus abschließend die Schlussfolgerung, dass die Integration der geflüchteten Männer innerhalb der deutschen Gesellschaft nur gelingen könne, wenn die Situation und die Bedürfnisse der geflüchteten Männer gendersensibel beachtet würden, auf der Basis gemeinsamer Bemühungen für ein wertebasiertes Zusammenleben.

 

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