Männer im Gesundheitswesen

Von Dr. Dag Schölper

Berlin, Freitag, 13.05.2016

Der 4. BundesKongress GenderGesundheit nahm zwei Tage lang Gesundheitsthemen unter die Gender-Lupe. Strenggenommen war Geschlecht häufig im biologisch-medizinischen Sinne von „Sex“ im Blick, um quantitative Verteilungsmuster zwischen den Gruppen Frauen und Männern scharf zu bekommen. Das erscheint für erfolgreiche Diagnostik und Therapie auch äußerst sinnvoll, wenn messbare Unterschiede ernst genommen werden. Das wurde sehr deutlich anhand der vielfältigen Beiträge zum gewählten Themenschwerpunkt des Kongresses, der Onkologie also der Wissenschaft von der Entstehung, Entwicklung und Behandlung von Tumorerkrankungen.

Bundeskongress GenderGEsundheitLogo Final CMYK 300dpiDas Bundesforum Männer war angefragt worden, einen Beitrag zum Thema Pflege zu leisten. Genauer gesagt, sollte es um den Anteil von Männern in der professionellen Pflege gehen. Im Rahmen des vom Bundesfamilienministerium geförderten Projekts „Männer übernehmen Verantwortung – Vater, Partner, Arbeitnehmer“ wurde das Angebot gerne angenommen, um über die Frage einer „Männerquote“ für die Pflegeberufe nachzudenken. Denn Pflege als berufliche Dienstleistung ist eine extrem relevante und vor allem eine stark wachsende „Zukunftsbranche“. Schon heute herrscht hier ein enormer Fachkräftemangel. Männer nicht aktiv als mögliche Mitarbeiter zu adressieren, kann sich niemand leisten. Wenn dadurch auch höhere Standards mit Blick auf Arbeitszeiten und Einkommen oder ein Mehr an sozialer Anerkennung für das Berufsbild Pflege verhandelt und erreicht werden, dann kommt das allen zu gute.

Das Bundesforum Männer geht davon aus, dass die Vielfalt der Interessen und Kompetenzen von Männern nur unzureichend in den sozialen und vor allem in den Dienstleistungen am Menschen zur Entfaltung kommen. Als Interessenverband setzt sich das Bundesforum Männer z.B. auch im Pflegebeirat der Bundesregierung dafür ein, dass gute Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es (nicht nur) Männern erleichtern, den wichtigen und sinnstiftenden Pflegeberuf zu ergreifen.