Vereinbarkeit für Väter stärken

20140831_TagderoffenenMinisterien-7Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig erklärte gestern anlässlich der Vorstellung der Allensbach-Studie „Weichenstellungen für die Aufgabenteilung in Familie und Beruf“:

Mütter und Väter wünschen sich beide Zeit für die Familie, aber auch für den Job. Sie brauchen gute und flexible Angebote der Arbeitszeitgestaltung, damit Frauen nicht in der ‚Teilzeitfalle‘ und Väter nicht in der ‚Vollzeitfalle‘ fest stecken.

Damit Väter erst gar nicht in diese „Vollzeitfalle“ geraten, braucht es jedoch offenkundig mehr als „nur“ Arbeitgeber, die tatsächlich familien- und das heißt auch explizit väterfreundlich sind. So kommt die Erhebung mit Blick auf die von den Paaren getroffenen Entscheidungen über ihre jeweilige Arbeits- und Aufgabenteilung zu dem Ergebnis:

Die meisten Eltern hatten von vornherein feste Vorstellungen, wie eine solche Aufteilung aussehen könnte (58 Prozent).

Anders gewendet, für über die Hälfte der Befragten schien von vornherein klar, dass es wenig Entscheidungsspielraum gäbe. Für die meisten Eltern bleibt alles beim altbekannten Modell: Der Vater ist Vollzeit berufstätig und die Mütter in Teilzeit oder gar nicht. Die befragten Eltern gaben letztlich auch an, mit den eingeschlagenen Aufteilungsmustern einigermaßen zufrieden zu sein. Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass das nicht bedeute,

dass die getroffene Aufteilung auch bereits der Wunschaufteilung entspräche. Viele Eltern fänden eine andere Aufteilung ideal und hätten sich unter anderen Rahmenbedingungen auch für eine andere Aufteilung entschieden. Bei diesen Eltern signalisiert die geäußerte Zufriedenheit eher die Überzeugung, aus den vorhandenen Möglichkeiten das Beste gemacht zu haben.

Der Wunsch nach einer ausgewogeneren Aufgabenteilung zwischen Berufs- und Familiensphäre scheint nur für eine Minderheit realisierbar. Daran ändert auch nichts grundsätzliches, dass sich die „Verhaltensmuster der Väter“ geändert haben, was die Inanspruchnahme von Elternzeit angeht. Vor zehn Jahren haben 5 Prozent der Väter eine berufliche Auszeit für ihre Kinder in Anspruch genommen, heute sind es immerhin schon über 30 Prozent, die Elternzeit beanspruchen. Aber selbst diese Inanspruchnahme ist keine rein individuelle Entscheidung der Väter oder des Elternpaares, wie die Studie unterstreicht:

Für die Verwirklichung einer solchen Elternzeit sind aber auch die Einstellungen des Arbeitgebers und die Vorgaben des Betriebs zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf von großer Bedeutung.

Die Studie legt also nahe, dass es durchaus Potential für eine partnerschaftlichere Umverteilung der Aufgaben in Beruf und Familie gibt. Darum setzt sich das Bundesforum Männer gleichstellungspolitisch dafür ein, dass die Unternehmen, Betriebe, Arbeitgeber eine aktive und zunehmend selbstverständliche Väteransprache entwickeln. Das klare Signal aus den Betrieben muss sein: engagierte Elternschaft von Vätern und Müttern ist erwünscht und weder für Mütter noch für Väter ein Job- oder Karriererisiko.

 

Die Studie kann beim Institut für Demoskopie Allensbach als PDF herunter geladen werden.

8.7.2015 | DS