Migrant Men’s Well-Being in Diversity (MiMen)

Klaus Schwerma vom Bundesforum Männer war dabei - ein Kurzbericht

Final Event, 15 July 2015 in Manchester Ein Projekt im Rahmen von „EUROPEAN UNION European Fund for the Integration of Third-Country Nationals“

MiMen ist eines der wenigen europäischen Projekte, welches sich explizit mit der Situation junger männlicher Migranten und Flüchtlingen befasst. Die Projektpartnerschaft wird von Partnern aus sieben EU-Mitgliedstaaten gebildet. Koordinator des Projekts ist das CJD Hamburg + Eutin.

Auf der finalen Konferenz in der Universität von Manchester stellten die Projektpartner erste Ergebnisse zur Diskussion.

Ziel des Projektes ist es, Integrations- und Diversitätskonzepte auf den verschiedenen Politikebenen (europäisch, national, regional und lokal) mit Bezug auf ihre geschlechtsspezifischen Fokus zu bewerten, um Integrationshilfen den Problemlagen junger männlicher Drittstaatsangehöriger zu verbessern. Dabei werden die, durch Interviews gewonnenen, subjektiven Perspektiven von 350 männlichen Jugendlichen mit Migrationshintergrund und ihre lebensweltlichen Erfahrungen mit den im fachpolitischen und allgemein öffentlichen Diskurs produzierten Bildern über diese Zielgruppe gegenübergestellt.

Auf der Konferenz  vorgestellt und diskutiert wurden u.a. erste Forschungsergebnisse aus den Interviews in Bezug auf die Verbindung von emotionalen Bindungen und Well-Being; Rassismus und Diskriminierung; Soziale Netzwerke, Freizeit und Sport als Ressourcen.
Dabei war die Frage nach spezifischen Perspektiven, Bedingungen, Anforderungen und Ressourcen für und an junge männliche Migranten und wie sind diese zu bewerten sind, eine immer wieder intensiv diskutierte Frage, auf die es keine abschließenden Antworten gab.
Der Forschungszugang des MiMen Projektes beruht auf den subjektiven und individuellen Erfahrungen der jungen männlichen Migranten und darauf, diese für eine Verbesserung der Situation von Migranten (und Migrantinnen) fruchtbar zu machen. Gleichzeitig wurde in der Diskussion betont, dass, im Kontext der politischen und gesellschaftliche Diskussion darum, immer auch die ökonomischen Bedingungen, denen Flüchtlinge in ihren Herkunfts- und in ihren Aufnahmeländern unterworfen sind, zentrale Perspektiven sind, die immer mit einbezogen werden sollten. Diesen Kontext mit zu bewerten ist insbesondere dann wichtig, wenn z.B. Handlungsempfehlungen und Forderungen an die Politik gegeben werden.

© Alexander Bentheim

© Alexander Bentheim

Ca. zehn der jungen männliche Migranten, die im Rahmen des Projektes an den Einzel- oder Peer-to-Peer Interviews und Gruppendiskussionen teilnahmen, tauschten sich in einem Workshop tags zuvor aus und brachten ihre Erfahrungen in die anschließende Konferenz ein.
In dem Workshop befassten sich die jungen Männer intensiv mit den Fragen nach den inneren und äußeren Verlusten und Ängsten bei ihrem Weggang aus ihren Ländern, den Familien, Freunden und Communities. Aber auch die Wünsche, Erfahrungen und Gewinne, und das, was ihnen von außen half und von innen Kraft gab, auf ihrem Weg und in ihren Aufnahmeländern. Dies hielten sie auf den äußeren und inneren Seiten von (Umzugs-)Kartons fest, als symbolische äußere und innere Seiten ihrer Bedingungen und Zustände. Dabei war es beindruckend, wie intensiv diese Jugendlichen den Workshop nutzen um ihre Erfahrungen zu reflektieren sich miteinander auszutauschen, aber auch, wie offen sie dies mit den Forscher_innen und den Konferenzteilnehmer_innen teilten.

Projektseite des CJD-Eutin (deutsch):
MiMen  – Migrant Men’s Well-Being in Diversity

MiMen auf Twitter:  #mimen