Stellungnahme zum Entwurf des Präventionsgesetzes der Bundesregierung

Gemeinsame Stellungnahme von Netzwerk Jungen- und Männergesundheit und Bundesforum Männer

Berlin, 30. April 2015

Pävention

Pävention

Wir begrüßen, dass nach dem veröffentlichten Entwurf in das Fünfte Buch Sozialgesetzbuch der § 2b eingefügt werden soll, der die Krankenkassen auffordert, in ihrem Leistungskatalog geschlechtsspezifische Besonderheiten zu berücksichtigen. Außerdem ist in dem vorliegenden Entwurf in § 20 „Primäre Prävention und Gesundheitsförderung“ die „Verminderung … geschlechtsbezogener Ungleichheit von Gesundheitschancen“ als Grundlage von präventivem Handeln ausdrücklich genannt. Auch dieser Passus findet unsere volle Zustimmung.

Die Geschlechtsspezifik wurde in der Vergangenheit – falls sie überhaupt in den Blick genommen wurde – fast ausschließlich als ein Thema der Frauengesundheit verstanden. Die Forschung und Praxis der vergangenen Jahre und zuletzt der Männergesundheitsbericht des Robert Koch-Instituts 2014 haben jedoch gezeigt, dass es auch im Bereich der Jungen- und Männergesundheit einen erheblichen Handlungsbedarf gibt. Insbesondere Angebote zu Prävention und Gesundheitsförderung richten sich manchmal explizit, zumeist aber implizit an den Bedürfnissen von Frauen aus. Es ist zwar richtig, dass Männer Gesundheitsangebote weniger wahrnehmen – vor allem aber sind die richtigen Gesundheitsangebote für Männer zu wenig vorhanden. Im Verständnis spezifischer Bedürfnisse, Anforderungen und Problemlagen von Jungen und Männern besteht bei den Krankenkassen immer noch ein großes Defizit. Auch der alleinige Fokus auf kampagnenförmige Projekte mit Vorsorge- und Gesundheitsappellen werden an der begrenzten Reichweite von Gesundheitsförderung und Prävention bei Jungen und Männern nichts ändern.

Der Gesetzentwurf bezieht sich deutlich auf eine Gesundheitsförderung und Prävention in Le-benswelten. Hier weisen wir darauf hin, dass gerade dieses Konzept auch jungen- und männerbezogen bestimmt und qualifiziert werden muss. Wir setzen uns dafür ein, eine männerbezogene Gesundheitsförderung und Prävention an den „Good Practice Kriterien“ der Gesundheitsförderung (bspw. Settingansatz, Partizipation, Empowerment) zu orientieren und dies auch durch Praxisforschung zu evaluieren.

Netzwerk Jungen- und Männergesundheit und Bundesforum Männer

 

Unterzeichner und Unterzeichnerinnen:

 Netzwerk Jungen- und Männergesundheit:
Dr. Matthias Stiehler, Dresden; Gunter Neubauer, Tübingen; Prof. Dr. Martin Dinges, Stuttgart; Dr. Reinhard Winter, Tübingen; Dr. Peter Kölln, Bremen; Olaf Theuerkauf, Weimar; Wolfgang Englert, Frankfurt a.M.; Ulf Kluge, Dresden; Christoph Schwamm, Stuttgart; Dr. Bernhard Stier, Butzbach; Anne Starker, Berlin; Johannes Balke, Hamburg; Martin Schumacher, Hannover; Holger Kairies, Mannheim; Torsten Siegemund, Dresden; Holger Strenz, Dresden; Dirk Sander, Berlin    

 
Vorstand Bundesforum Männer:
Martin Rosowski; Franz-Josef Schwack; Hans-Georg Nelles; Jörg Bewersdorf; Prof. Dr. Stephan Höyng; Stefan Beier; Dr. Volker Weiß

 

NETZWERK JUNGEN UND MÄNNERGESUNDHEIT
Dr. Matthias Stiehler
Semperstraße 3b | 01069 Dresden
Fon: 0351 32334413
matthias.stiehler@dieg.org
www.netzwerk-maennergesundheit.de

 

 BUNDESFORUM MÄNNER
Interessenverband für Jungen, Männer &Väter e.V.
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Dr. Dag Schölper | Geschäftsführer
Telefon: 030 – 275 811 22
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