HeForShe?

Mit der Kampagne „HeForShe“ rufen die UN Women weltweit Männer dazu auf, sich für die geschlechtliche Gleichstellung von Frauen einzusetzen. Diese Forderung hat viele Aspekte. An dieser Stelle befassen wir uns mit dem zentralen Fokus der Kampagne, der Gewalt gegen Frauen.

Nein zu Gewalt!

Das Bundesforum Männer erachtet den Schutz von Frauen, Mädchen, Jungen und Männern vor jeglicher Gewalt als elementares Menschenrecht und unverzichtbaren Grundpfeiler für die Gleichstellung der Geschlechter. Gewalt verletzt die Integrität des Gegenübers. Gewalt bricht das Recht eines jeden Menschen auf körperliche und seelische Unversehrtheit. Tätern muss Einhalt geboten werden. Opfer müssen geschützt werden. Und Täter wie Opfer brauchen professionelle Hilfe. Dabei muss das grundsätzliche Ziel sein, Gewalt dauerhaft und nachhaltig zu verhindern sowie Gewaltkreisläufe und Gewaltspiralen zu durchbrechen. Wo Gewalttätigkeit wahrgenommen wird, muss gehandelt werden. Hinzusehen, hinzuhören, „Nein“ zu sagen und Hilfe zu holen ist Pflicht.
Für das Bundesforum Männer steht fest: Gewalttätigkeit gegen Frauen, Kinder und Männer ist nicht zu akzeptieren. Gewalt wird von uns in keiner Weise hingenommen!

„He for She“?HeForShe

Wir begrüßen das Ziel der Kampagne „HeForShe“, zu der die UN Women weltweit aufrufen. Eine Million Männer sind aufgerufen, ein Zeichen zu setzen gegen Gewalt und für mehr Gleichstellung der Geschlechter. Wir als Bundesforum Männer treten dafür ein, dass Männer Verantwortung übernehmen und Gesicht zeigen für Gleichstellung und gegen Gewalt. Gewaltverhalten darf nicht länger als selbstverständlicher Bestandteil männlichen Verhaltens und männlicher Rollenstereotype gelten. Männer, die gewalttätig gegen Frauen oder Kinder sind, müssen wissen, dass sie keine Solidarität anderer Männer erfahren. Frauen und Kinder sollen wissen, dass sie auf die Unterstützung und Hilfe von Männern zählen können, auch wenn sie von Männergewalt betroffen sind.

„He for She“ – „Er“ soll sich für „Sie“ einsetzen. In unseren Augen greift das Motto jedoch zu kurz und reproduziert stereotype Muster: der Mann als Ritter, als Held, als Retter – und als Kehrseite dieses Männerbildes: der Mann als Gewalttäter. Wir fordern, dass Männer nicht mehr auf diese dualistische Weise adressiert werden!

Männer tragen für sich selbst und für ihr Handeln Verantwortung. Das Bundesforum Männer setzt sich deshalb dafür ein, anzuerkennen, dass gewalttätige Männer fachlichen Beistand brauchen, um eigenverantwortlich gewaltfreie Handlungsmuster zu verinnerlichen. Doch Männer sind nicht nur Täter, sie sind auch Opfer von Gewalt. Männer und Jungen, denen Gewalt widerfahren ist, brauchen professionelle Unterstützung, die ihnen die Verarbeitung ihrer Erfahrungen ermöglicht. Dies gilt ebenso für Partnerschaften mit Gewaltdynamiken, damit sie Wege finden, diese Dynamik zu durchbrechen. Daneben fordern wir eine gendersensible Gewaltforschung, die der Frage nachgeht, wo, wie und von wem Jungen und Männern Gewalt widerfährt und welche Männlichkeits- und Geschlechterstrukturen Gewalthandlungen befördern oder verdecken.

Das ist nicht nur eine „Komfort-Perspektive“ aus Deutschland: Kindersoldaten, mehrheitlich Jungen, sind Opfer von Gewalt, die in einem perfiden System gleichzeitig zu Tätern werden; Jungen, die ohne jegliche hygienische Standards im Rahmen ritueller Zeremonien beschnitten werden, Männer, denen eine der ungezählten Landminen die Beine zerfetzt hat, die in Arbeitssklaverei gehalten werden, Schwule, die auf offener Straße angegriffen oder gar getötet werden – sie alle sind Opfer von Gewalt. Wir erleben dieser Tage einen enormen Zustrom von Flüchtlingen, die bei uns Schutz vor Gefahr und Verfolgung suchen, aber gerade hier wieder mit Hass und Gewalt konfrontiert werden. Das zeigt, wir leben in einer Welt, die voll von Gewalt ist.

Für eine radikale Ächtung jeglicher Strukturen von Gewalt!

20150416_161534Das Bundesforum Männer beteiligt sich nicht an einem gegenseitigen Aufrechnen von Gewaltwiderfahrnissen. Jede gegen Frauen und Mädchen gerichtete Gewalttat ist eine zu viel – jede gegen Männer und Jungen gerichtete Gewalttat ist eine zu viel! Frauen und Männer, Mädchen und Jungen, Menschen sonstiger geschlechtlicher Identität brauchen, wenn sie Opfer von Gewalt wurden, professionelle Interventions- und Hilfestrukturen, die ihrer spezifischen Situation gerecht werden.

Wir verurteilen jegliche Formen der Gewalt – Gewaltverhältnisse verhindern Leben, deshalb sind sie zu ächten, wo immer sie auftreten.