Zu Michael Kimmel: „Angry White Men. American Masculinity at the End of an Era“

2014Kimmel Rund 150 Personen waren Dienstagabend in die Friedrich-Ebert-Stiftung zu einem Vortrag von Michael Kimmel gekommen. Der US-amerikanische Sozialwissenschaftler gehört seit langem zu den bekanntesten Männerforschern weltweit. Eingeladen hatten neben der FES: EAF Berlin, Dissens e.V. – Institut für Bildung und Forschung e.V. und das Bundesforum Männer. Kimmel stellte sein jüngstes Buch „Angry White Men. American Masculinity at the End of an Era“ vor. (Kimmel selbst umreißt das Themenfeld in einem Vodcast, das die FES unmittelbar vor der Veranstaltung mit ihm aufgezeichnet hat.)

Sein thematischer Fokus lag im Vortrag auf einem Kapitel seines Buches („The White Wing“) und so lautete sein Vortragstitel: „Masculinity on the Extreme Right“. Anhand zahlreicher Comicstrips und Karikaturen aus der rechtsextremenen Szene vor allem in den USA verdeutlichte er stetig wiederkehrende stereotype Muster der Männlichkeitsinszenierung in Verschränkung mit rassistischer Selbstvergewisserung.

Im Anschluss an den knapp eine Stunde dauernden Vortrag hatte Martin Rosowski, Vorsitzender des Bundesforum Männer, Gelegenheit zu einer Replik. Diese ist im Folgenden nachzulesen. (Hier auch als pdf-Dokument)

„Kimmel schreibt: „Feminism for Men allows men to be freer, happier, healthier and a lot less angry“.

Wir stimmen darin überein, dass es uns Männern gut täte, freier, glücklicher, gesünder und weniger zornig zu seinem – doch ich bin der festen Überzeugung, dass wir Männer die Kraft dazu in uns selbst finden können. Nämlich dann, wenn wir uns von einengenden Stereotypen dessen, was wir sein sollen, lösen und selbstbewusst dafür eintreten, wie wir als Männer in einer geschlechtergerechten Gesellschaft leben wollen und wenn wir an ihrer Gestaltung aktiv mitwirken.

Ich nenne das männliche Emanzipation.“

Martin Rosowski, Vorsitzender des Bundesforum Männer – Interessenverband für Jungen, Männer und Väter

 

 

 

 

Gesellschaftswandel und Verlustgefühle

Rosowski bezog sich in seinem Beitrag auf das gesamte Buch. Er würdigte, dass Michael Kimmel darin „einen intelligent beschriebenen Einblick in die Denkstrukturen und Gefühlswelten eines Teiles der Amerikanischen Gesellschaft“ gebe. Eindrücklich würden jene Wirkungsmechanismen geschildert, „mit denen individuelle Emotionen zu vermeintlichen gesellschaf2014Kimmel-11tlichen Strukturen umdefiniert und menschliche Empfindungen, Gefühle, Enttäuschungen und Ängste für weltanschauliche Kampagnen instrumentalisiert werden“, so Rosowski. Die in dem Buch angeführten drastischen Beispiele machten deutlich, dass das bei vielen Menschen in Europa vorherrschende Bild von den USA ins Wanken geraten sei, das geprägt war von einem „Lebensgefühl der Freiheit, der unbegrenzten Möglichkeiten und des unbeugsamen Optimismus“.

Vor diesem Hintergrund warf Rosowski die drängende Frage auf, was denn nun an die Stelle dieses alten „Mythos“ trete. Und weiter: Wie denn mit dem damit einhergehenden und von vielen, besonders von ‚Weißen‘, empfundenen Verlust ‚ihrer‘ Privilegien umgegangen werde? „Gibt es neue Werte, die kollektivbildend sind für eine komplexe Gesellschaft? Was bietet dieses Amerika, um seine weißen Männer mit dem Verlust des privilegierten Anspruches zu versöhnen?“

Empathie für Jungen, Männer und Väter

In der Frage nach der Versöhnung zeichnet sich vielleicht der professionelle Hintergrund von Martin Rosowski ab, der im Hauptberuf Geschäftsführer der Männerarbeit der Evangelischen Kirche Deutschlands ist. Es unterstreicht aber auch den männerpolitischen Ansatz des Bundesforum Männer, der bei aller Kritik an gesellschaftlichen Phänomenen von Empathie für Jungen, Männer und Väter und ihre Situation geprägt ist. Und genau das entdeckt Rosowski auch in der Arbeit von Kimmel: „Wir spüren hinter Ihrer scharfen und unbestechlichen Analyse als Wissenschaftler immer auch den Wunsch eines Mannes, andere Männer in ihren Ängsten, ihrem Zorn und in ihren Hoffnungen zu verstehen.“

Zum Zusammenhang von „Maskulismus“ und Rechtsextremismus

Im Weiteren versuchte Martin Rosowski eine Einordnung der von Kimmel beschriebenen Phänomene für den deutschen Zusammenhang: „In Deutschland können wir eine mittlerweile sehr breite und heterogene Szene von Männerorganisationen beobachten. Diese Szene bewegt sich zwischen den extremen Polen eines dezidierten Profeminismus mit einer grundsätzlichen Männlichkeitskritik und den so genannten Maskulisten, die sich durch ausgeprägten Antifeminismus, Frauenfeindlichkeit und eine überzogene männliche Benachteiligungslegende auszeichnen.“

Die größte Übereinstimmung mit den von Kimmel beschriebenen „zornigen Männern“ sieht Martin Rosowski bei der zuletzt genannten Gruppe, den „Maskulisten“. Aber auch diese Gruppe ist äußerst heterogen, wie Rosowski mit einer Aufzählung verdeutlicht: „Väterrechtler, Rollentraditionalisten, Scheidungs-/Trennungsverlierer, Bestrafte Täter häuslicher Gewalt, frustrierte Opfer häuslicher Gewalt, weltanschauliche Gegner geschlechtergerechter Verhältnisse, homophobe Männer, Männer die auf ihre patriarchalen Privilegien nicht verzichten wollen.“

Mit besonderem Bezug auf den von Kimmel in seinem Vortrag gewählten Fokus auf rechtsextreme Männlichkeitsinszenierungen unterstrich Rosowski, dass sich im „weltanschaulichen Gebilde“ des „Maskulismus“ einige zentrale Bezugspunkte finden, die auch „in den Ideensystemen nationalistischer und neonationalsozialistische Bewegungen“ vorhanden seien, etwa „Antifeminismus sowie mytho-poetisch inspirierte Männlichkeitsstereotype“. Rosowski betonte jedoch ein großes Aber: „Diese Verbindungen und Verknüpfungen bedürfen dringend einer historisch-soziologischen systematischen wissenschaftlichen Analyse.“ Rosowski sieht bisher eher Indizien als belastbare Belege. Dazu gehören: „punktuelle personelle Berührungen der Maskulisten mit der politisch rechten Szene und auch die Häufigkeit der Publikationen in national-liberalen Medien“. Dies ist für ihn denn auch ein hinreichender Grund für große Achtsamkeit, auch wenn die Aktiven, vor allem im Internet Rührigen, nur eine überschaubare Gruppe von schätzungsweise um die 1.000 Personen sind. „Doch der Beleg für rassistisch-autoritatives Gedankengut als konstitutives Element der maskulistischen Szene ist wissenschaftlich-systematisch noch nicht erbracht.“ So Rosowski.

 

Rosowski unternahm den Versuch, Kimmels Analyse verschiedener Gruppen für den deutschen Kontext auf seine Übertragbarkeit hin zu überprüfen. Anhand von zwei Beispielen zeigte er auf, dass es durchaus ähnliche Phänomene in den USA und Deutschland zu beobachten gäbe. Erstens die sogenannten Väterrechtler, die Kimmel in seinem Kapitel „Angry White Dads“ fokussierte und zweitens ein Erzählmuster vom „Mann als Opfer“, wie es Kimmel im Kapitel „White Men as Victims. The Men’s Rights Movement“ thematisiert.

„Väterrechtler“ in Deutschland – Versuch einer Einordnung

„Da ist zum einen die sehr ausgeprägte Väterrechtsbewegung in Deutschland. Ihr geht es rein formal zunächst um die Vertretung von Interessen solcher Männer, die um das Sorge-und Umgangsrecht für ihre Kinder kämpfen. Der Verein ‚Väteraufbruch für Kinder‘ hat in diesem Zusammenhang in den vergangenen Jahren durch rechtliche Expertise erheblich zu einer Stärkung von Väterrechten in der Gesetzgebung zum Sorge- und Umgangsrecht beigetragen. Das ist gut so.“ So Rosowski und weiter: „Aber selbst der Väteraufbruch, der sich in der jüngeren Vergangenheit von den militanten Strömungen seiner Mitgliedschaft getrennt hat und sich über die Rechtsfragen hinaus einer aktiven Vater-Kind-Arbeit widmet, muss mit zwei Gesichtern seiner Mitgliedschaft leben. Zum einen die mittlerweile seriöse politische, juristische und sozial-praktische Arbeit der Bundesebene. Auf der anderen Seite finden sich Wut, Zorn und Verzweiflung zahlloser Männer, die sich im Sorgerechtsstreit von den Mühlen der Gerichte, Anwälte und Jugendämter zerrieben, betrogen und benachteiligt fühlen – und dies nicht selten zur Recht“, wie Rosowski findet. Aber er problematisiert und kritisiert, dass vielfach kurzschlüssige Kausalitäten unterstellt würden: „Diese persönlichen Erfahrungen jedoch stilisieren sie zu politischen Strukturen hoch, denen sie mit antifeministischer, biologistischer und frauenfeindlicher Rhetorik den Kampf ansagen.“ Und mit Blick auf das Internet fügte er hinzu: „Es gibt unzählige Blogs enttäuschter und wütender Väteraktivisten im Netz, in deren Foren es nicht selten wild, zügellos bis verbal gewalttätig zugeht.“

Instrumentalisierung von Männlichkeit bei fundamentalistischen Evangelikalen

Rosowski berichtete, dass das Buch des amerikanischen Autors, David Murrow „Warum Männer nicht in den Gottesdienst gehen“, in evangelischen Männerkreisen sehr gern und sehr häufig gelesen würde. „Treffsicher“ würden darin männliche Spiritualitäten analysiert und zugleich die mangelnde Kompatibilität der geistlichen Angebote verfasster Kirchen beschrieben. „Soweit so gut – aber dabei belässt es Murrow nicht,“ wie Rosowski weiter ausführte, „er benutzt in einem zweiten Teil seiner Ausführungen archetypische und mytho-poetische Deutungsmuster, um aus einer evangelikal-fundamentalistischen Perspektive dem Islam und seinem vermeintlichen Bedrohungspotential für die christliche Welt den Kampf anzusagen.“ Rosowski mache dabei die Tatsache Angst, „dass die Männer, die sich im ersten Teil des Buches als gewissermaßen Heimatlose in ihrer Kirche vom Autor angenommen fühlen, es klaglos hinnehmen, wenn ihre Gefühle später hemmungslos zu propagandistischen Zwecken missbraucht werden.“

Rolle und Funktion der Medien

Rosowski fragte nach der Bedeutung von „Instrumentalisierung“ und nach den dahinterliegenden Interessen. Für ihn liege darin „ein Schlüssel zur Erklärung des Phänomens der zornigen Männer“. Mit Blick auf das Internet führte er aus: „Wie werden Enttäuschungen, Ängste, Orientierungsverluste von Männern plötzlich zu Zorn und bedrohlicher Wut? Eine Antwort darauf liegt sicherlich in der Anonymität des Netzes, im Wegfall der Hemmschwelle, dem anderen eine Beleidigung ins Gesicht sagen zu müssen. So werden die zahlreichen Blogs als Interessengemeinschaften von vermeintlichen Leidensgenossen zu emotionalen Müllhalden mit nahezu therapeutischer Bedeutung. Zugleich nutzen die Administratoren der Chatrooms ihre Definitionsmacht, um die Diskussionen thematisch zu kanalisieren und sie interpretierend als Grundlage für ihre ideologischen Feldzüge gegen „Genderismus, Feminismus und Entmännlichung“ auszuschlachten.“

Und mit Blick auf Rundfunk und Printmedien ergänzte er: „Noch mag unser System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks weitgehend verhindern, dass ein Geflecht von politisch motivierten kleinen Privatsendern solche Diskussionen bundesweit über den Äther bringt. Doch auch unsere leitenden Printmedien sind einer populistischen Headline gegenüber nicht abgeneigt und bevorzugen in der Geschlechterfrage oft weniger differenzierende als vielmehr polarisierende Reportagestile. Zudem beobachten wir gerade bei ihnen, also bis hin zu Zeit, Spiegel oder Fokus, zunehmend ein nur schwer erklärbares Unbehagen gegenüber einer aus ihrer Sicht postmodernen ‚political correctness‘ in Fragen der Geschlechtergerechtigkeit.“

Zum Sinn der Kategorie des „weißen Mannes“ im deutschen Kontext

Für Rosowski stellte sich die Frage, inwiefern im deutschen Kontext eine Analysekategorie „weißer Mann“ trage. Ihm scheine die für den US-Kontext schlüssig wirkende Kategorie des weißen Mannes als Beschreibung für eine eindeutig zu identifizierende soziale Gruppe unserer Gesellschaft nur schwer übertragbar. „Sicherlich könnte man den Migrationsaspekt hier heranziehen, doch die Gruppen von Migranten in Deutschland unterscheiden sich derartig stark in ihrer Migrationsgeschichte, ihrer sozialen Herkunft und ihrer Situation hier bei uns, im Grad ihrer Integration oder ihrer kulturellen Prägung, dass der Migrationshintergrund allein kein wirklich taugliches soziologisches Merkmal ist, um als Kontra-Folie zu den ‚weißen Männern‘ zu funktionieren.“

Zum Beweggrund „Anspruch auf männliche Vormachtstellung“

Kimmel beschreibe in seinem Buch, dass weiße Männer in den USA nachdrücklich einen „privilegierten Anspruch“ für sich reklamierten, so Rosowski. Dies könne er nicht in gleicher Weise für Deutschland beobachten. „Gewiss ist bei uns die Diskussion um die ‚patriarchale Dividende‘ der Männer noch in vollem Gange, doch können wir nicht vergleichbar einen bewusst formulierten Anspruch auf diesen Profit beobachten – zumindest scheint er mir bei uns nicht zu einem entscheidenden Movens maskulistischer Entwicklungen zu gehören.“

In Deutschland stelle sich die Situation anders dar, ein „zorniger Mann“ zu sein, sei nicht unbedingt davon abhängig, „ob man einer Verlierer-Gruppe oder gar generell der Klasse der Nicht- Privilegierten angehört. Zornig im Sinne Kimmels zu sein, ist in Deutschland eine konservative Werthaltung und ist geprägt von einer bewussten Ignoranz realer Verhältnisse.“

Empirische Studien belegten für Deutschland eine Erosion der Rollenstereotype, die mit einem Wandel der sozialen Verhältnisse einhergingen. So erzeuge ökonomischer Druck auf die Partnerschaften eine „vordergründig partnerschaftliche Aufteilungen der Erwerbs- und Familienarbeit“. Rosowski unterstrich: „Die eindeutige Zuweisung der Ernährerrolle ausschließlich auf den Mann und die der Hausfrau und Mutter auf die Frau bestimmt nur noch den lebensweltlichen Alltag weniger, zumeist mehrfach privilegierter, Milieus.“ Daher lohne es, gerade diese Milieus im Blick zu haben, wenn von den „zornigen Männern“ die Rede ist und er fügt hinzu, dass sich diesen Männern „eine erstaunliche Zahl mindestens ebenso zorniger Frauen angeschlossen“ habe, „Frauen, die lautstark für ihr ‚Privileg‘ kämpfen, nicht emanzipiert und schon gar nicht feministisch sein zu müssen.“

Und was ist mit den Jungen?

Rosowski griff einen weiteren Aspekt aus Kimmels Buch auf („Angry White Boys“) und verdeutlichte: „Die Jungen, um die wir uns in Deutschland Sorgen machen, sind nicht, wie in den USA, die Kinder autochtoner Facharbeiter, sondern junge Männer aus sozial schwachen und absolut bildungsfernen Schichten, zumeist mit Migrationshintergrund.“ Er unterstrich damit die besondere Wichtigkeit, eine Diversity-Perspektive einzunehmen, denn: „Es geht bei uns nicht darum, in Jammern über die leicht gesunkenen Abschlussnoten von Jungen insgesamt gegenüber Mädchen zu verfallen.“ Auch wenn es sicher lohne, das „kommunikative Koordinatensystem“ näher in den Blick zu nehmen, auf dem das Schul- und Erziehungssystem basiere und in dem sich Mädchen offenbar besser zurechtfänden als Jungen. Als zentrale Herausforderung für eine gendersensible Bildungspolitik beschrieb er das Problem, „dass mit diesen vom Bildungssystem abgehängten Jungen eine Gruppe heranwächst, deren Zorn zu einem mittelfristigen Problem des sozialen Friedens und der inneren Sicherheit werden kann“.

Emanzipatorische Männerpolitik in Deutschland

Abschließend nahm Rosowski Bezug auf Kimmels eindeutige Selbstverortung als Profeminist. Dabei blickte er zurück und würdigte den Kampf um die Geschlechtergerechtigkeit und den hartnäckigen politischen Einsatz von Frauen für gleiche Rechte und gesellschaftliche Teilhabe in den vergangenen 150 Jahren, die unsere Gesellschaft grundlegend verändert hätten. Mit Blick auf Männer fügte er hinzu: „Eine emanzipatorische Männerbewegung entwickelte sich dagegen sehr spät und langsam. Erst vor vierzig Jahren fingen Männer an, ebenfalls gesellschaftspolitische Themen für sich zu definieren. Dabei ging es um Fragen des Zusammenlebens in Partnerschaften, um Pflichten und Rechte von Vätern, um Macht- und Herrschaftsverteilung. Nach langen Anlaufschwierigkeiten hat es in der jüngeren Vergangenheit eine nachhaltige Netzwerkarbeit gegeben, die schließlich im Jahr 2010 zur Gründung des Bundesforum Männer führte, ein Interessenverband für Jungen, Männer und Väter, dem sich mittlerweile 34 bundesweit agierende Organisationen zusammengeschlossen haben.“

Beispiel Bundesforum Männer

Die Arbeit und das Selbstverständnis des Bundesforum Männer beschrieb er noch etwas ausführlicher: „Die gemeinsame Arbeit im Forum basiert auf einer gemeinsamen Plattform, in der sich alle Mitglieder unverrückbar für eine Gleichstellungsperspektive einsetzen, die Lebensbedingungen von Männern, Frauen und aller Geschlechter gleichermaßen wahrnimmt und durch ihre Berücksichtigung den Ausgleich berechtigter Interessen der Geschlechter gewährleistet bzw. für die Durchsetzung gemeinsamer Interessen sorgt. Mit dieser inhaltlichen Selbstverpflichtung grenzt sich das Bundesforum radikal gegen die Szene der Maskulisten ab und macht aber auch gegenüber Feminismus und Gleichstellungsarbeit deutlich, ohne den dezidierten (auch parteilichen) Blick auf die Situation der Männer und Jungen bleibt Geschlechterpolitik auf einem Auge blind.

Wir richten einen möglichst ausbalancierten Blick auf die tatsächlichen Lebensbedürfnisse von Männern, auf ihre Potentiale und Ressourcen für eine gerechtere Gesellschaft aber auch auf Verhältnisse, wo Männlichkeiten entwertet, ausgegrenzt oder ignoriert werden. Wir hoffen, dass wir mit dieser Form eines solidarisch-kritischen Eintretens für Männerinteressen den Sumpf der diffusen Benachteiligungsgefühle, der Indifferenz, der Sorgen und Befürchtungen, abgehängt zu werden, der den Nährboden für den ‚Zorn‘ vieler Männer bilden könnte, ein wenig austrocknen zu können. Ich glaube, die Tatsache, dass wir einerseits die wichtigsten Schwulenpoltischen Verbände und andererseits den größten Verband für die Vertretung von Väterrechten unter unserem Dach vereinen können, spricht für diesen Weg.“

(Das Ganze als pdf-Dokument

DS | 28.06.2014