Anmerkung zur 32-Stunden-Woche

Statement zu der Frage „Ist die 32-Stunden-Woche eine Perspektive für den familienpolitischen Kurs im 21. Jahrhundert?“

TESTIMONIAL_Nelles_Hans-GeorgHans-Georg Nelles, Stellvertretender Vorsitzender des Bundesforum Männer:   

Es ist schon lange bekannt, dass Männer als Väter ihre Verantwortung in und für Familie nicht mehr nur in der finanziellen Absicherung sehen, sondern sich aktiv an der Erziehung ihrer Kinder beteiligen und sich Erwerbs- und Familienarbeit möglichst partnerschaftlich aufteilen möchten. Damit aus dem Wollen auch Handeln werden kann, braucht es Zeit, passende Rahmenbedingungen und vor allem eine Kultur der Anerkennung für männliche Fürsorgetätigkeiten.

Die Einführung der Elternzeit und insbesondere der Partnermonate hat gezeigt, dass Männer die ihnen zugedachten Angebote nutzen. Diesen ersten Schritten können weitere folgen. Die Möglichkeit für Väter (und Mütter), bei Bedarf die Arbeitszeit auf 32 Stunden reduzieren zu können ist unserer Auffassung nach ein Schritt in die richtige Richtung. Kinder, Partnerschaften und Unternehmen können in Zukunft aber noch mehr profitieren, wenn Männer und Frauen, entsprechend ihren Lebenssituationen und Verantwortlichkeiten Arbeitszeiten nach oben oder unten verändern können.

Nur eine Familienpolitik, die diese Wünsche von Vätern (und Müttern) ernst nimmt und Weichenstellungen für eine partnerschaftliche Aufgabenteilung vornimmt, ist geeignet, die Herausforderungen von Menschen in der Phase der Familiengründung, aber auch danach, angemessen zu begegnen. Das beinhaltet auch die Verantwortung, die Übernahme von Fürsorgeaufgaben, egal in welcher Lebensphase, bei der Altersabsicherung so zu berücksichtigen, dass keine Altersarmut folgt und der „Gender Pension Gap“ in Zukunft erst gar nicht entsteht.