Adoptionsrecht: Lebenspartnerschaften und Ehe gleichstellen!

FamRAdoptionDas Bundesjustizministerium hat Ende Januar einen Gesetzentwurf vorgelegt, der versucht den vor einem Jahr erteilten Auftrag des Bundesverfassungsgerichts umzusetzen: endlich ein Adoptionsrecht schaffen, das dem im Grundgesetz verankerten Gleichheitsgrundsatz genügt –  mit Blick auf die betroffenen Kinder als auch auf Lebenspartnerschften („Homoehe“).

Das Bundesforum Männer vertritt dazu folgenden Standpunkt:

Anerkennung und systematische Berücksichtigung von Diversität gehören für das Bundesforum Männer – Interessenverband für Jungen, Männer und Väter e.V. zu den zentralen politischen und rechtlichen Anliegen. Gleichstellung von homosexuellen und heterosexuellen Lebensformen gehört für uns zu den Grundvoraussetzungen für die Realisierung tatsächlicher Chancengleichheit innerhalb der Gruppe der Männer (wie auch zwischen den Geschlechtern).

In unseren Augen greift der jetzt vorgelegte Entwurf zu kurz. Das Recht auf sukzessive Adoption in Lebenspartnerschaften einzuräumen, stellt einen Fortschritt dar, der jedoch vom Bundesverfassungsgericht angemahnt wurde. Mit der neuen Regelung soll weiterhin am Verbot der gemeinschaftlichen Adoption von minderjährigen Kindern für Lebenspartnerschaften festgehalten werden, was unserer Einschätzung nach einer verfassungsrechtlichen Überprüfung nicht standhalten würde.

Aber selbst wenn es das Bundesverfassungsgericht für zulässig erachten sollte, dass diese Konstruktion, wie jetzt vorgeschlagen, grundgesetzkonform wäre, sollte das Adoptionsrecht unseres Erachtens zum Ziele vollständiger Gleichstellung ergänzt werden: An allen Stellen, wo vom Ehepaar bzw. Ehegatten die Rede ist, sollten gleichrangig die Lebenspartner bzw. Lebenspartnerschaften hinzugefügt werden.

Es ist für uns nicht einsichtig, warum adoptionsrechtlich zwischen der Ehe und der Lebenspartnerschaft weiterhin ein Unterschied gemacht werden soll.