Bundesforum Männer fordert zum internationalen Männertag: Männer in der Pflege stärken!

Internationaler Männertag am 19.11.2013

Bereits heute sind fast 30% Männer an der Pflege ihrer Partnerinnen und Eltern beteiligt und die Zahl steigt!

Während das Berufsfeld der Altenpflege noch eindeutig von Frauen besetzt wird, hat der Anteil der häuslich pflegenden Männer  in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Waren es 1991 noch 17 Prozent, sind es heute bereits ca. 30 Prozent. Hinter diesen Zahlen verbirgt sich die große Gruppe der älteren Männer, die ihre Partnerin pflegen. Doch aktuelle Untersuchungen gehen mittlerweile von immerhin ca. 10% Söhnen aus, die als Erwerbstätige für die Pflege Ihrer Eltern verantwortlich sind, das bedeutet einen Anstieg von ca. 50% in den vergangenen 12 Jahren. Gerade für die erwerbstätigen Männer zwischen 20 und 67 ist die Situation belastend – sie brauchen dringend Rahmenbedingungen, die die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Pflege ermöglichen.

Ingo D. aus Dortmund beispielsweise hat daraus für sich eine radikale Konsequenz gezogen. Er und seine Familie leben von Hartz IV, denn unmittelbar nach dem schicksalsschweren Tag, der seine Frau in einen
Zustand des sogenannten Wachkomas versetzt hatte,  kündigte er seine Arbeit, um voll für sie und die
Familie mit vier Kindern da zu sein. Er ist ein verantwortungsvoller aktiver Vater und hat der Krankheit seiner Frau mit der Devise „Nie aufgeben!“ den Kampf erklärt.

Anlässlich des Weltmännertages stellt der Vorsitzende des Bundesforums Männer, Martin Rosowski, in Berlin fest: „Wir müssen endlich beginnen, mit den gesellschaftlichen Rollenklischee über Männer und Frauen aufzuräumen und die veränderten Lebenswirklichkeiten gerade von Männern öffentlich wahrnehmen.“ Die negativen medialen Zerrbilder von Männlichkeit seien doch zum Teil nur noch lächerlich. „Im Bereich der Pflege zum Beispiel brauchen wir eine radikale Reform des Familienpflegezeitgesetzes, das seinem Anspruch auf Vereinbarkeit von Pflege und Beruf auch für Männer tatsächlich gerecht wird“, fordert er mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und SPD.