Mehr Männer in Kitas – Abschlussveranstaltung des ESF-Modellprogramms

 

„Insgesamt 16 Modellprojekte erreichten rund 210.000 Interessierte und Eltern! Die Attraktivität des Erzieherberufs bei Jungen und Männer steigt, auch bei Eltern nimmt der Wunsch zu, dass ihre Kinder männliche Erzieher erleben.“ Auf der Abschlussveranstaltung des Projektes am 9.10.2013 im Bundesfamilienministerium würdigte Lutz Stroppe, Staatssekretär im BMFSFJ das seit 2010 vom Bundesfamilienministerium geförderten Projekt „Mehr Männer in Kitas“ in seinem Grußwort und zog eine positive Bilanz.

 

aeltererMannKindDabei sei man den Zielen der
–    Angebotserweiterung zur Betreuung, Erziehung und Bildung von Kindern,
–    Verbesserung der pädagogischen Qualität im Kitabereich,
–    Erweiterung des Fachkräftebedarfs im Gesundheits- und Pflegebereich
–    Entwicklung einer eigenständigen Männer- und Jungenpolitik,
–    sowie des Abbaus der geschlechtlichen Segregation von Berufen
ein gutes Stück näher gekommen.
Jens Krabel von der Koordinationsstelle „Männer in Kitas“ betonte, dass die Forderung nach mehr Männern keine Kritik an den weiblichen Erzieherinnen sei. Es sei wichtig, sie mitzunehmen und ihnen nicht das Gefühl zu vermitteln, dass sie und ihr bisheriges Handeln nicht ausreichend seien. Insgesamt gehe es darum, das Thema Gender und genderbewusste Arbeit in die Aus- und Weiterbildung der Erzieher_innen und des Lehrpersonals sowie in den Arbeitsalltag der Kitas stark zu machen.
Vier vertiefende Gesprächsrunden mit Fachleuten zu den Themenschwerpunkten „Gendersensibilität“, „Beruflicher Quereinstieg“, „Pauschale Verdächtigungen gegen Männer“ und „Kulturwandel in Kitas“, sorgten für einen sehr dichten aber auch interessanten Nachmittag.
Zum Abschluss verwies Prof. Dr. Carsten Wippermann, in seinem Vortrag über die „Chancen der Vielfalt im Milieus der Kitas“ darauf, dass zwar der Anteil der männlichen pädagogischen Fachkräften in Kitas „nur“ auf 3,6% (2013) gestiegen sei, was sich erst mal nicht spektakulär anhöre. Schaue man aber auf die Anzahl der männlichen Fachkräfte, dann stieg diese jedoch von 7.133 (2007) auf 15.113 (2013), was einer Steigerungsrate von über 100% entspricht. Nach einer Studie des Bundesinstituts für berufliche Bildung (BIBB 2013) wirken sich traditionelle Geschlechterrollenbilder weiterhin massiv auf die Berufswahl von Jungen und Mädchen aus. Wippermann sieht hier Männer in Kitas als ein positives gelingendes Beispiel, ja sogar als „Avantgarde gegen den Hauptstrom der geschlechterdualistischen Berufswahl.“
Mehr Informationen: www.koordination-maennerinkitas.de