Mehr als Moorhuhn spielen – Boys‘ Day als Zukunftstag für Jungen!

„Ich habe dem Sekretär bei der Arbeit zugeschaut und schließlich auch mitgeholfen. In den Pausen durfte ich ‚Moorhuhn‘ spielen“, berichtet der 13 jährige Julian nach seinem „Schnupperkurs“ im  Büroalltag eines Sekretariates.  Seit einigen Jahren werden am bundesweit mit großer Öffentlichkeit begleiteten Girls‘ Day auch Angebote für Jungen vorgehalten, sich über die Vielfalt an Berufsmöglichkeiten zu informieren oder an thematischen Workshops teilzunehmen. 

„Der Boys‘ Day, verstanden als ein Zukunftstag für Jungen, bietet ihnen eine gute Gelegenheit, vielfältige neue Perspektiven für ihre persönliche Lebens- und Berufsplanung kennenzulernen und sollte sie ermuntern, vermeintlich untypische Wege einzuschlagen“, so der Vorsitzende des Bundesforums Männer, Martin Rosowski. Allerdings gehe es hier um mehr als nur einen Rollentausch. Jungen sollten auch entdecken, wie viele spannende Berufe sich dem sozialen und ökologischen Wandel der Gesellschaft  oder dem Dienst am Menschen widmen. Hier gebe es in der Weiterentwicklung der Konzeption des Boys Day noch „Luft nach oben“.

Noch immer engen traditionelle Rollenbilder und Geschlechterstereotypen die Lebensentwürfe von Mädchen und Jungen unzulässig ein. Sie zu überwinden bedeutet auch, die hartnäckige Geschlechtertrennung auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt aufzulösen. Männer sind in den Bereichen Erziehung, Bildung, Gesundheit und Pflege noch immer stark unterrepräsentiert. Die Ursachen dafür sind vielschichtig. Eine wesentliche Rolle spielt die vielfach geringe Wertschätzung und das häufig damit verbundene niedrige Gehalt dieser gesellschaftlich zentralen Berufssparten.

Das Bundesforum fordert deutliche Verbesserungen in der Entlohnung und beim Ausbildungsstatus solcher Berufe. Zudem ist die Berufs- und Studienberatung der Bundesagentur für Arbeit gehalten, die  Jungen stärker als bisher auf das volle Spektrum passender Berufe hin zu beraten. Neben der wichtigen Ermutigung durch die eigenen Väter dürfte dies die Bereitschaft der Schüler unterstützen, bereits bei Ausbildung oder Studium neue Wege zu gehen.